HubSpot oder Creatio: Welche CRM-Plattform passt zu Ihrem Unternehmen?
HubSpot und Creatio landen häufig auf derselben Shortlist, lösen aber unterschiedliche Aufgaben. HubSpot ist ein einsatzbereites CRM für Marketing, Vertrieb und Service, das Sie anpassen. Creatio ist eine Plattform, auf der Sie Ihr CRM und weitere Fachanwendungen selbst bauen. Wer diesen Unterschied überspringt, vergleicht Preislisten statt Zielbilder.
Dieser Beitrag stellt beide Plattformen entlang von zwölf Fragen gegenüber: Grundprinzip, Funktionsumfang, Workflows und Automation, Eigenständigkeit der Fachbereiche, Erweiterbarkeit der Oberfläche (für IT-Verantwortliche), KI-Integration, Anwenderbewertungen, Skalierung, Usability, Betrieb und Wartung, Kosten und Datenhaltung. Am Schluss finden Sie die häufigsten Fragen kompakt beantwortet. Alle Aussagen sind mit Quellen belegt, die am Ende aufgeführt sind.
Transparenzhinweis: business4you ist HubSpot Platinum Partner. Wir haben diesen Vergleich bewusst entlang öffentlich überprüfbarer Quellen aufgebaut, damit Sie die Einordnung selbst nachvollziehen können.

Was unterscheidet HubSpot und Creatio grundsätzlich?
Der Unterschied entscheidet sich vor dem ersten Feature:
liefert ein einsatzbereites CRM, das Sie anpassen.
liefert eine Plattform, auf der Sie Ihr CRM bauen.
HubSpot
HubSpot bringt die zentralen Geschäftsobjekte bereits mit, also Kontakt, Unternehmen, Verkaufschance und Ticket. Darauf setzen die Module für Marketing, Vertrieb, Service, Content, Betrieb, Daten und Umsatz auf, alle auf derselben Kundendatenbasis.
Der geschäftliche Nutzen dieser Vorgabe zeigt sich im Alltag. Eine Marketingverantwortliche legt selbst ein neues Eigenschaftsfeld an, etwa "Vertragsende" oder "Bevorzugte Sprache", und verwendet es zehn Minuten später in einer Liste, einem Formular und einem Report. Eine Vertriebsleiterin baut in einer halben Stunde einen Ablauf, der neue Anfragen nach Region und Potenzial dem richtigen Team zuweist, eine Aufgabe erzeugt und nach fünf Tagen ohne Rückmeldung erinnert. Beides ohne Anfrage an die IT, ohne Testumgebung und ohne Release-Termin. Genau darin liegt die Logik von HubSpot: Wer den Prozess versteht, kann ihn selbst verändern.
Das heisst nicht, dass jeder alles darf. Über Rollen und Teams legen Sie fest, wer Felder anlegen darf, wer Workflows erstellen, bearbeiten oder aktivieren darf und wer nur mitliest. Die Steuerung reicht bis auf einzelne Felder herunter, sodass etwa nur das Sales-Operations-Team die Lifecycle-Phase ändern kann, während alle anderen sie sehen, aber nicht überschreiben. Die Freiheit im Fachbereich lässt sich damit genau so weit öffnen, wie es die Governance Ihres Unternehmens vorsieht.
Seit 2026 geht das noch schneller. Breeze, die in HubSpot eingebaute KI, baut solche Abläufe auf Zuruf. Statt den Ablauf Schritt für Schritt zusammenzuklicken, schreibt die Vertriebsleiterin einen Satz: "Weise neue Anfragen aus der Westschweiz mit über 50 Mitarbeitenden dem Team Romandie zu, erstelle eine Aufgabe und erinnere nach fünf Tagen ohne Rückmeldung." Breeze schlägt die passenden Schritte vor, sie prüft die Vorschau und übernimmt sie. Aus einer halben Stunde werden wenige Minuten.
Auch weitergehende Anforderungen sind vorgesehen. Eigene Datentypen, eigene Workflow-Schritte, eigene Oberflächenkarten und rund 2'000 Erweiterungen aus dem Marketplace decken einen grossen Teil branchenspezifischer Bedürfnisse ab. Zwei Punkte gehören zur ehrlichen Planung: Einzelne dieser Bausteine setzen die höchste Ausbaustufe voraus. Und Erweiterungen sind additiv aufgebaut. Sie können einer Verkaufschance zusätzliche Informationen und Aktionen beistellen, zum Beispiel Lagerbestände und Liefertermine aus dem ERP direkt auf dem Datensatz. Sie verändern damit aber nicht, wie die Verkaufschance selbst funktioniert.
Creatio
Creatio dreht die Reihenfolge um. Sie lizenzieren zuerst die Plattform und ergänzen die CRM-Module für Vertrieb, Marketing und Service nach Bedarf. Vorkonfigurierte Abläufe für rund 20 Branchen, etwa Banking, Versicherung, Fertigung und öffentlicher Sektor, dienen als Startpunkt statt einer leeren Fläche.
Auch hier arbeiten Fachbereiche mit visuellen Werkzeugen, allerdings eine Ebene tiefer. Ein Beispiel macht den Unterschied greifbar. Ein Maschinenbauer will seine installierte Basis führen, also jede ausgelieferte Anlage mit Standort, Seriennummer, Wartungsintervall, Serviceverträgen und Ersatzteilhistorie. In Creatio legen Sie dafür zunächst den Datentyp "Anlage" an und bestimmen, welche Angaben er trägt und wie er mit Kunde, Standort, Vertrag und Ersatzteil verknüpft ist. Anschliessend definieren Sie den Lebenszyklus, also die Zustände von "ausgeliefert" über "in Betrieb" und "Wartung fällig" bis "abgekündigt", und legen fest, wer welchen Übergang auslösen darf. Darauf setzen Sie die Prozesse: Der Wartungsauftrag entsteht automatisch aus dem Intervall, prüft den Servicevertrag, reserviert Ersatzteile, plant einen Techniker ein und dokumentiert den Abschluss. Dieser Ablauf verlässt den Kundenkontakt und reicht bis in Disposition und Beschaffung, und genau dafür ist die Plattform gebaut.
Diese Freiheit hat eine Voraussetzung: Jemand muss die zugrunde liegenden Entscheidungen treffen und verantworten. Was ist ein qualifizierter Lead? Wann gilt eine Anlage als abgekündigt? Wer darf einen Serviceauftrag freigeben? Solche Festlegungen gelten anschliessend für die ganze Organisation.
Die wichtigste dieser Entscheidungen betrifft die Abgrenzung zu Ihren bestehenden Systemen. Weil sich auf der Plattform auch Abläufe ausserhalb des Kundenkontakts abbilden lassen, muss vorab geklärt sein, was in Creatio geschieht und was im ERP bleibt: Wo entsteht der Auftrag, wo werden Ersatzteile reserviert, wo liegt die führende Stammdatenquelle für Kunden, Artikel und Preise? Ohne diese Linie entstehen mit der Zeit Funktionen, die es zweimal gibt, in beiden Systemen leicht unterschiedlich gepflegt. Wer die Abgrenzung zu Beginn schriftlich festhält und im Projektverlauf konsequent daran misst, nutzt die Gestaltungsfreiheit als Vorteil statt als Risiko.
Der Grundsatz dabei: Jedes System spielt seine Kernkompetenz aus, statt Funktionen des anderen nachzubauen.
Drei Fragen, die die Wahl in der Praxis entscheiden:
- Starten Sie mit einem Standard oder mit einem weissen Blatt? HubSpot bringt einen erprobten Standard mit, der aus hunderttausenden Einführungen entstanden ist. Davon profitieren Sie, müssen sich aber daran orientieren. Bei Creatio beginnt das Projekt früher, nämlich mit der Frage, wie Ihre Prozesse und Datenstrukturen überhaupt aussehen sollen. Diese Freiheit ist wertvoll, wenn Sie eine klare Vorstellung davon haben. Sie kostet Zeit, wenn Sie diese Vorstellung erst erarbeiten müssen.
- Wer soll das System pflegen? Bei HubSpot genügt in der Regel, dass jemand den eigenen Prozess versteht. Felder und Abläufe entstehen direkt im Fachbereich. Bei Creatio gestalten Sie das Fundament mit, also Datenstrukturen und Prozesslogik. Solche Änderungen wirken auf die ganze Organisation, deshalb sieht Creatio getrennte Umgebungen für Entwicklung, Test und Betrieb vor und untersagt Änderungen direkt im laufenden System. Das ist richtig so, bedeutet aber: Sie brauchen jemanden mit Prozess- und IT-Verständnis, im Haus oder beim Partner.
- Wer hält die Prozesse zusammen? Hier unterscheidet sich das Risiko am deutlichsten. Bei HubSpot ist der gemeinsame Rahmen vorgegeben: Marketing, Vertrieb und Service arbeiten zwangsläufig auf denselben Kontakten, Unternehmen und Verkaufschancen. Bei Creatio definieren Sie diesen Rahmen selbst. Ohne ein verbindliches Zielbild entstehen über die Zeit Lösungen, die je für sich funktionieren, aber unterschiedliche Definitionen derselben Sache enthalten, etwa drei Varianten davon, was ein qualifizierter Lead ist. Creatio bietet Mittel dagegen an, unter anderem zentrale Regeln, die automatisch überall gelten. Wirksam werden sie aber nur, wenn jemand die Gesamtsicht verantwortet.
→ Beide Wege funktionieren. Die Frage ist nicht, welche Plattform mehr kann, sondern ob ein gesetzter Rahmen mit hohem Tempo oder ein offener Rahmen mit eigener Gestaltungsverantwortung besser zu Ihrer Organisation passt.
Welche Funktionen decken die beiden Plattformen ab?
Beide Anbieter decken den Kundenlebenszyklus von Marketing über Vertrieb bis Service vollständig ab, und beide liefern einsatzbereite KI-Agenten für Vertrieb, Marketing und Service mit. Die Unterschiede liegen in der Tiefe einzelner Disziplinen.
Stärkere Abdeckung bei HubSpot:
-
Gemeinsame Datenbasis
-
Marketing
-
Vertrieb
-
Service
-
Auswertung für die Geschäftsleitung
-
KI im Alltag
-
Anbindung und Sichtbarkeit
Gemeinsame Datenbasis:
Marketing, Vertrieb und Service arbeiten auf denselben Kontakten, Unternehmen und Verkaufschancen, ohne Schnittstellenprojekt zwischen den Bereichen
Marketing:
Eine Kampagne wird als Übersicht geplant, in der alle Bestandteile sichtbar sind, also E-Mails, Anzeigen, Landing Pages und automatische Abläufe, samt Zuständigkeiten und Terminen. Ausgespielt wird über E-Mail, Website, Social Media, Anzeigen und Chat, mit Segmentierung, Personalisierung und Lead-Bewertung. Aus einem bestehenden Beitrag oder Webinar erzeugt die KI auf Wunsch Social-Media-Beiträge, E-Mails und Kurzvideos in der Tonalität des Unternehmens
Vertrieb:
Ein Arbeitsbereich bündelt Tagesaufgaben, Termine und offene Verkaufschancen mit Abschlussbewertung und Vorschlägen für den nächsten Schritt. Dazu Kontaktstrecken, Gesprächsanalyse mit Coaching, Gesprächsleitfäden am Datensatz und der Weg von der Offerte über Freigabe und Rechnung bis zur Zahlung
Service:
Ticket- und Reklamationsbearbeitung, Wissensdatenbank, Kundenportal, Überwachung zugesagter Reaktionszeiten und Messung der Kundenzufriedenheit
Auswertung für die Geschäftsleitung:
Durchgehende Sicht von der Kampagne über die Verkaufschance bis zum Umsatz, ohne separates Auswertungswerkzeug
KI im Alltag:
Der Assistent ist in allen Ausbaustufen enthalten, Abläufe entstehen aus einer Beschreibung, Agenten werden nach Ergebnis abgerechnet
Anbindung und Sichtbarkeit:
Rund 2'000 fertige Integrationen zu ERP- und Fachsystemen, dazu Werkzeuge für die Sichtbarkeit in KI-Assistenten wie ChatGPT oder Google AI Overviews
Stärkere Abdeckung bei Creatio:
-
Prozessmodellierung
-
Eigenes Datenmodell
-
Branchenvorlagen
-
KI auf eigenen Strukturen
-
Service
-
Anwendungen ausserhalb des CRM
-
Betriebsmodell
Prozessmodellierung:
Abläufe nach dem BPMN-Standard, also in einer herstellerunabhängigen Notation, ergänzt um Fallbearbeitung für nicht linear planbare Vorgänge
Eigenes Datenmodell:
Eigene Datentypen wie Anlage, Vertrag oder Police, mit eigenem Lebenszyklus und eigenen Zuständigkeiten, ohne Bindung an eine Ausbaustufe
Branchenvorlagen:
Fertige Referenzprozesse als Startpunkt, unter anderem für Banken, Versicherungen, Fertigung und öffentlichen Sektor
KI auf eigenen Strukturen:
Agenten arbeiten auch auf selbst definierten Datentypen und Prozessen, etwa auf Anlagen oder Verträgen, ohne Bindung an eine Ausbaustufe
Service:
Abläufe über viele Kanäle, seit 2026 inklusive KI-gestützter Bearbeitung von WhatsApp, Telegram, Facebook und SMS
Anwendungen ausserhalb des CRM:
Antrags-, Genehmigungs- oder Dossierprozesse auf derselben Plattform, ohne zweites System
Betriebsmodell:
Wahlweise Cloud, Private Cloud oder eigenes Rechenzentrum, auch für die KI selbst
Bei beiden gleichwertig und für Schweizer Unternehmen relevant: Mehrsprachigkeit, Mehrwährungsfähigkeit und rollenbasierte Zugriffsrechte gehören bei beiden Plattformen zum Standard.
Ein Punkt, der oft erst spät auffällt: HubSpot kennt ab Werk Kontakte, Unternehmen, Verkaufschancen und Tickets. Muss Ihr Geschäft zusätzlich etwas verwalten, das in dieser Liste nicht vorkommt, etwa Maschinen, Verträge, Liegenschaften oder Fahrzeuge, brauchen Sie dafür einen eigenen Datentyp. HubSpot bietet das an, aber erst in der höchsten Ausbaustufe Enterprise. Bei Creatio gehört das unabhängig vom gewählten Paket zum Lieferumfang.
Wie leistungsfähig sind Workflows und Automationen?
Creatio bietet die technisch mächtigere Prozess-Engine, HubSpot die schnellere Umsetzung von KI-gestützten Automationen entlang der Customer Journey.
HubSpot arbeitet mit einem Workflow-Tool, das Trigger, Verzweigungen, Verzögerungen, Bewertungen und Datenoperationen abbildet. Über Data Hub, früher Operations Hub, lassen sich Custom-Code-Aktionen, Datenqualitätsregeln und Webhooks ergänzen. Zwei Neuerungen aus 2026 sind für den Alltag relevant: Breeze, die eingebaute KI, erstellt Abläufe aus einer Beschreibung in natürlicher Sprache und zeigt sie vor der Übernahme als Vorschau. Und die Workflow-Aktion "Run Agent" stösst KI-Agenten aus einem Workflow heraus an, etwa bei einem Wechsel der Deal-Phase.
Creatio setzt auf einen vollwertigen Prozessdesigner nach BPMN, einem herstellerunabhängigen Standard mit einheitlichen Symbolen für Start, Aufgabe, Entscheidung, Zuständigkeit und Ende. Ergänzt wird das durch dynamisches Case Management für Abläufe, die sich nicht linear modellieren lassen. Im Unlimited-Plan wirbt Creatio mit unbegrenzten Workflows, Anwendungen, Datentypen und Schnittstellenaufrufen.
Wichtig für einen fairen Vergleich:
Prozessdokumentation, Genehmigungen, Fristenüberwachung und systemübergreifende Abläufe beherrschen beide Plattformen. Der Unterschied liegt darin, wie sie entstehen.
Prozessdokumentation
Beide stellen Abläufe als Diagramm dar. HubSpot ist dabei selbsterklärend: Wer den Prozess kennt, liest die Darstellung ohne Vorwissen. BPMN ist umgekehrt ein formaler Standard, der gelernt sein will, dafür aber über Systemgrenzen hinweg gilt. Wer Prozesse ohnehin in einem Modellierungswerkzeug führt, etwa für die Qualitätsdokumentation oder ein Audit, arbeitet mit derselben Notation weiter.
Genehmigungen
HubSpot bringt fertige Genehmigungsschritte mit, unter anderem für Angebote, Deal-Pipelines, Marketinginhalte, Wissensdatenbank-Artikel und Datenexporte. Bei Deal-Pipelines wird dem Ablauf eine eigene Freigabestufe vorgeschaltet, sodass ein Deal erst nach Genehmigung weiterrückt, etwa durch Vorgesetzte und Rechtsabteilung vor Vertragsversand. Darüber hinaus lassen sich eigene Freigabeschleifen mit Workflows, Aufgaben, Benachrichtigungen und Statusfeldern abbilden. Bei Creatio ist die Genehmigung von Grund auf Teil des Prozessmodells, mit beliebig vielen Stufen, Rollen und Bedingungen, auch auf selbst definierten Datentypen.
Systemübergreifende Abläufe
HubSpot löst das über ausgehende und eingehende Webhooks, Custom-Code-Aktionen und Marketplace-Apps. Ein Deal auf "Closed won" kann ein Abrechnungs- oder Bereitstellungssystem anstossen, das automatisch ein Konto anlegt oder ein Abo startet. Umgekehrt kann ein externes System einen Workflow in HubSpot auslösen. Bei Creatio ist der Aufruf externer Dienste ein regulärer Prozessschritt.
Fristen
Beide überwachen Fristen. HubSpot über Verzögerungen, datumsbasierte Auslöser und SLA-Logik im Service Hub, Creatio über Zeitereignisse direkt im Prozessmodell.
Einordnung für die Praxis: Der gesamte Kundenlebenszyklus liegt bei HubSpot auf einer Datenbasis. Lead-Nurturing, Lead-Routing, Deal-Automation, Angebotsfreigaben und Serviceeskalationen laufen deshalb ohne Integrationsaufwand über Marketing, Vertrieb und Service hinweg, und mit Breeze entstehen sie zunehmend aus einer Beschreibung statt aus Konfigurationsarbeit. Auch die Anbindung an ERP-, Finanz- oder Logistiksysteme ist gelöst, über Webhooks und rund 2'000 fertige Integrationen aus dem Marketplace.
Die relevante Grenze verläuft deshalb nicht bei der Anzahl beteiligter Abteilungen, sondern beim Gegenstand des Prozesses. Sobald Abläufe nicht mehr die Kundenbeziehung betreffen, sondern etwa Produktion, Beschaffung, Personal oder Dossierbearbeitung, verlässt man das Feld, für das HubSpot gebaut ist. Dort spielt Creatio seine Architektur aus, weil sich solche Anwendungen auf derselben Plattform modellieren lassen wie das CRM.
Wie eigenständig können Fachbereiche Felder und Workflows selbst bauen?
Bei einfachen Feldern und Standardautomationen ist HubSpot eigenständiger, bei tiefen Prozessen und eigenen Datenstrukturen ist es Creatio. Entscheidend ist, ob eine Änderung nur die Oberfläche betrifft oder die Struktur dahinter.
Neue Felder
In HubSpot legt eine Person mit Adminrechten ein Feld in unter einer Minute an, sofort nutzbar und
ohne Eingriff in die Systemlogik. Grenzen gibt es, aber sie sind grosszügig: rund 1'000 eigene Felder
pro Datentyp.
Bei Creatio ist ein Feld mehr als eine Anzeige. Legen Sie eines an, verändern Sie damit auch die Datenstruktur dahinter. Das ist mächtiger, weil Sie das Modell selbst formen statt es nur zu füllen, und es hat zugleich mehr Gewicht. Creatio weist in der eigenen Dokumentation darauf hin, dass solche Eingriffe das Systemverhalten beeinflussen können und deshalb in einer separaten Testumgebung erfolgen sollten.
Workflows
In HubSpot ist das Bauen einfach, die Obergrenze klar beziffert: bis zu 1'000 Workflows in der Enterprise-Stufe, dazu Grenzen wie maximal 20 Verzweigungen pro Entscheidungspunkt.
Bei Creatio bauen Fachbereiche Prozesse in einem visuellen Designer. Regeln lassen sich zentral am Datentyp hinterlegen und wirken dann automatisch überall dort, wo dieser Datentyp verwendet wird. Creatio formuliert den Anspruch so, dass Fachleute mit Prozessverständnis ohne Entwickler auskommen.
Der eigentliche Unterschied ist, ob dieser Aufwand freiwillig oder vorgegeben ist
Auch HubSpot bietet Testumgebungen, und für grössere Umbauten sind sie die empfohlene Praxis: Eine Sandbox übernimmt Datentypen, Felddefinitionen, Pipelines und die meisten Workflows aus dem Produktivsystem, allerdings ohne die Datensätze selbst. Neu in der Sandbox erstellte Elemente lassen sich anschliessend ins Produktivsystem übertragen, Änderungen an bereits bestehenden dagegen nicht; die werden dort direkt nachgezogen. Sandboxes sind Teil der Enterprise-Stufe.
Der Punkt ist deshalb nicht, dass HubSpot keine Testumgebung kennt, sondern dass sie für alltägliche Anpassungen nicht nötig ist. Ein neues Feld, eine geänderte Auswahlliste oder ein zusätzlicher Workflow entstehen direkt im laufenden System. Bei Creatio sind getrennte Umgebungen für Entwicklung, Test und Betrieb vorgesehen, Änderungen im Produktivsystem sind ausdrücklich untersagt, und Anpassungen werden gebündelt und versioniert verwaltet, damit nachvollziehbar bleibt, wer wann was geändert hat. Das ist saubere Praxis, verlangt aber durchgehend Disziplin und eine verantwortliche Rolle.
Ein Signal aus den Bewertungen passt dazu: Auf G2 liegt Creatio bei der Bedienbarkeit bei rund 9.1 von 10, bei der Einrichtung aber nur bei 8.3 bis 8.4. Die Lücke beschreibt den Unterschied zwischen "gut bedienbar, wenn eingerichtet" und "selbst einrichtbar". Und Creatio dokumentiert selbst, wo die visuellen Werkzeuge enden: Dann wird die Logik im Quellcode ergänzt.
| Aufgabe | Eigenständiger im Fachbereich |
| Neues Feld auf Kontakt oder Verkaufschance | HubSpot, deutlich |
| Lead-Nurturing, Follow-up, Eskalation | HubSpot |
| Bedingte Pflichtfelder, Feldlogik | Gleichstand |
| Eigener Datentyp mit eigener Pipeline | Creatio, ausser auf HubSpot Enterprise |
| Mehrstufige Genehmigung mit Rollenwechsel | Creatio |
| Alltagsänderung ohne Testumgebung | HubSpot |
→ Die Entscheidungsfrage lautet deshalb nicht, wer mehr kann, sondern wer die Änderung bei Ihnen ausführen soll. Creatios Versprechen richtet sich an Fachleute mit Prozessverständnis, HubSpots Versprechen an die Endanwenderin. Beides stimmt, sobald man die Zielperson mitnennt.
Für CIOs: Wie lassen sich beide Plattformen um eigene Oberflächen erweitern?
Dieser Abschnitt geht technisch tiefer und richtet sich an IT-Verantwortliche. Kurz zusammengefasst: Bei standardisierten Oberflächenerweiterungen liegt HubSpot vorn, beim Umbau der Oberfläche selbst Creatio.
HubSpot: Custom Cards und UI Extensions.
Custom Cards, technisch App Cards über HubSpot UI Extensions, sind standardkonforme Erweiterungen innerhalb der Plattform, keine Eigenentwicklung daneben. Das ist der entscheidende Unterschied zu klassischem Customizing: Sie bleiben im Standard, Updates greifen weiterhin, und die Wartung bleibt kalkulierbar.
Technisch sind es React-Komponenten, die HubSpot innerhalb der eigenen Oberfläche darstellt, kein eingebetteter Fremdinhalt und kein Popup, sondern echte Komponenten auf Basis des HubSpot-Design-Systems, betrieben auf HubSpot-Infrastruktur und angebunden an Ihr eigenes Backend. Entwickelt wird lokal über die CLI, wobei der Entwicklungsserver Änderungen ohne Neuladen übernimmt.
Erscheinen können sie in der Kunden-, Unternehmens-, Deal- und Ticketansicht sowie im Service-Bereich, dazu in der Vorschau-Seitenleiste und in der Konfigurationsoberfläche eigener Workflow-Aktionen. Im Spring-2026-Release kamen App Pages hinzu, also vollflächige, mehrseitige Anwendungen direkt in HubSpot mit eigener Navigation und Datenanbindung. Serverless Functions sind in der Developer Platform 2026.03 zurück und über App Cards, App Pages und App Settings verfügbar, ergänzt um einen Developer-MCP-Server.
Zur Lizenzfrage: Seit November 2024 können alle Enterprise-Kunden eigene Custom Cards bauen, unabhängig vom Hub.
Ein Punkt, der in Vergleichen oft fehlt: Externe Inhalte lassen sich auf Dashboards ohne Entwicklerbeteiligung einbetten, ab der Professional-Stufe.
Creatio: Komponenten statt Karten.
Creatio hat kein Card-Konzept, weil die Architektur keines benötigt. Statt eine Erweiterung neben die Oberfläche zu setzen, verändern Sie die Oberfläche selbst im Freedom UI Designer. Für externe Inhalte gibt es seit Version 8.3.3 eine iFrame-Komponente, mit der sich Fremdsysteme ohne Custom Development in Freedom-UI-Seiten einbetten lassen, inklusive Zugriffsberechtigungen ohne Code. Für echte native Komponenten nutzt Creatio Remote Modules auf Basis des Module-Federation-Prinzips, empfohlen mit Angular, entwickelt in einem eigenen npm-Paket mit externer IDE. Lokal steht dabei die gewohnte Live-Aktualisierung der Angular-Werkzeuge zur Verfügung; für die Anzeige in Creatio braucht es einen Build- und Einbindungsschritt im Quellcode der Freedom-UI-Seite.
| Kriterium | HubSpot | Creatio |
| Standardisiertes Card-Framework | Ja, versioniert, dokumentiert und updatesicher | Nein, stattdessen Komponentenmodell |
| Externe Inhalte ohne Entwickler | Auf Dashboards ja, auf Datensätzen über Marketplace-Apps | Ja, auch auf Datensätzen über iFrame-Komponente |
| Native Design-Integration | Ja, HubSpot-Design-System | Ja, aber nur über Remote Module |
| Technologie | React, CLI, Serverless Functions | Angular, npm, Module Federation |
| Lokale Entwicklung mit Vorschau | Ja, Änderungen erscheinen direkt in HubSpot | Lokal ja, Einbindung in Creatio erst nach Build und Upload |
| Vollflächige Custom-Anwendungen | Ja, seit Spring 2026 | Ja, Plattformbestandteil |
| Grenzen der Erweiterung | Definierte Erweiterungspunkte, additiv zum Standard | Keine feste Grenze zwischen Kern und Erweiterung |
| Fertige Erweiterungen am Markt | Rund 2'000 Apps im Marketplace | Über 700 Add-ons |
| Verfügbarkeit von Entwicklerinnen in der Schweiz | Hoch, React ist Standard | Enger, Creatio-Spezialwissen nötig |
Die Einschränkung gehört dazu: Eine Custom Card ist eine zusätzliche Kachel, kein Ersatz für Standardverhalten. Sie holt ERP-Daten, Verfügbarkeiten, Scorings oder Servicehistorien in den Datensatz. Sie ändert nicht, wie der Datensatz selbst funktioniert. Genau das kann Creatio, weil dort keine Grenze zwischen Kern und Erweiterung existiert.
Für die meisten Schweizer Mittelstandsprojekte ist der HubSpot-Ansatz der praktisch relevantere, weil der Bedarf fast immer "zusätzliche Information am Kontakt" lautet und selten "andere Kontaktlogik", und weil viele dieser Anforderungen über eine bestehende Marketplace-App ohne eine Zeile Code gelöst sind.
Wie weit ist die KI-Integration bei HubSpot und Creatio?
Beide Plattformen haben KI 2025 und 2026 vom Zusatzfeature zum Architekturbestandteil gemacht, verfolgen dabei aber unterschiedliche Ansätze.
HubSpot (Breeze)
Breeze ist die in HubSpot eingebaute KI. Am einfachsten versteht man sie an einer Aufgabe, die jeder kennt.
Die einfache Stufe. Sie öffnen vor einem Termin einen Kundendatensatz und lassen sich zusammenfassen, was zuletzt passiert ist: offene Themen aus den letzten Mails, Ergebnisse des letzten Gesprächs, laufende Angebote, offene Tickets. Statt zehn Minuten Historie zu lesen, haben Sie in zehn Sekunden den Stand. Das leistet Breeze Assistant, und er steht in allen Ausbaustufen zur Verfügung.
Die nächste Stufe sind Agenten, die dieselbe Arbeit selbständig und wiederholt erledigen. Der Customer Health Agent etwa wertet für ein Kundenkonto alle erfassten Aktivitäten aus, Gesprächsnotizen, Mails, Deals, Tickets und Anrufmitschriften, und leitet daraus ab, wie es um die Beziehung steht. Er liefert eine Einschätzung samt Gesprächsleitfaden und Empfehlungen für den nächsten Kontakt. Ausgelöst wird er auf Knopfdruck oder automatisch, etwa wenn ein Ticket eskaliert. Gefährdete Konten lösen dann eine Betreuungsaufgabe aus, bevor jemand von sich aus nachfragt.
Der Prospecting Agent arbeitet auf der Gegenseite, bei der Neukundengewinnung. Er erkennt Kaufsignale, recherchiert das Unternehmen und die relevanten Ansprechpersonen im Entscheidungsgremium, schreibt personalisierte Erstkontakte, folgt nach und bucht Termine. Er ersetzt damit die Recherche- und Nachfassarbeit, die im Vertrieb erfahrungsgemäss liegen bleibt, wenn es hektisch wird.
Weitere Agenten decken Datenpflege, Inhaltserstellung, Deal-Verlustanalysen und die Servicekommunikation ab. Zwei Punkte sind für die Beurteilung relevant: HubSpot rechnet Customer Agent und Prospecting Agent seit April 2026 ergebnisbasiert ab, beim Customer Agent zu rund 0.50 USD pro gelöster Kundenanfrage, sodass der Nutzen unmittelbar überprüfbar ist. Und seit Juli 2026 gibt es mit Agent Hub eine zentrale Konsole, um Agenten zu bauen, zu überwachen und auf gemeinsamem Kundenkontext zusammenarbeiten zu lassen. Aus Einzelwerkzeugen wird damit ein steuerbares Team.
Ergänzend erstellt Breeze Automationen aus einer Beschreibung in natürlicher Sprache und zeigt sie vor der Übernahme als Vorschau.
Creatio (Creatio.ai)
Creatio positioniert sich als KI-native Plattform. Mit dem Release 8.3 "Twin" (Juni 2025) wurden rollenbasierte KI-Agenten, eine durchgängige konversationelle Oberfläche und ein No-Code Agent Builder eingeführt, mit dem Fachanwenderinnen eigene Agenten aus Skills, Prompts, Aktionen und Workflows zusammensetzen. Vorgefertigte Agenten stehen je nach installierten Anwendungen bereit, im Vertrieb etwa für Kundenrecherche, Angebotserstellung und Meetingvorbereitung.
Die Folgereleases haben das ausgebaut: 8.3.1 erlaubt die gezielte Auswahl des Sprachmodells je Agent und Skill sowie den On-Site-Betrieb des KI-Microservice mit selbst gehosteten Modellen.
8.3.2 ergänzt die Anbindung eigener LLMs sowie Segmentation- und Filter-Agenten.
8.3.4 (Mai 2026) bringt KI-gestützte Automatisierung von Chatkanälen wie WhatsApp, Telegram, Facebook und SMS. Seit dem 1. Mai 2026 ist Creatio AI Studio ein eigenes Produkt und standardmässig Bestandteil des Modells.
Der entscheidende Unterschied
Beide liefern einsatzbereite Agenten mit, und beide erlauben inzwischen den Bau eigener.
HubSpot deckt den Kundenlebenszyklus mit Customer Agent, Prospecting Agent, Data Agent und Content Agent ab, ergänzt um Agenten aus dem Breeze Marketplace, unter anderem für Unternehmensrecherche, Kundenzustand, Verlustanalyse von Deals, Übergaben zwischen KI und Mitarbeitenden sowie Ausschreibungsbearbeitung. Eigene Agenten entstehen seit Juli 2026 im Agent Builder. Zwei Punkte sind praktisch relevant: Der Assistent selbst ist in allen Ausbaustufen enthalten, und die Agenten greifen ohne Integrationsarbeit auf die bestehende Kundendatenbasis zu.
Creatio führt eine vergleichbare Bibliothek für Vertrieb, Marketing und Service, wobei die verfügbaren Agenten davon abhängen, welche Anwendungen installiert sind. Ergänzend gibt es Agenten von Partnern über den Creatio Marketplace. Eigene Agenten entstehen im No-Code Agent Builder und können auch auf selbst definierten Datentypen arbeiten.
Der Unterschied liegt damit weniger im Angebot als im Zuschnitt. HubSpot koppelt Agenten an messbare Ergebnisse und rechnet teilweise pro gelöstem Fall ab, was den Nutzen unmittelbar überprüfbar macht, und bündelt Aufbau, Überwachung und Zusammenspiel im Agent Hub. Auch eigene Sprachmodelle lassen sich einbinden: Eine Workflow-Aktion verbindet HubSpot über den eigenen Zugang mit OpenAI, Anthropic, Google, Cohere oder xAI, wobei Modell und Parameter frei wählbar sind und die Verarbeitung direkt beim Anbieter stattfindet. Creatio geht hier einen Schritt weiter, weil sich das Modell dort auch für die Agenten selbst festlegen lässt und Agenten auf selbst definierten Datentypen arbeiten können, verlangt dafür aber mehr Konfigurationsarbeit. Gartner nannte 2025 unter den Vorbehalten zu Creatio ausdrücklich den manuellen Konfigurationsaufwand im Bereich generative KI.
Was mit den Daten geschieht, ist die wichtigere Frage als die Modellwahl.
Keiner der beiden Anbieter entwickelt eigene Sprachmodelle; beide greifen auf Modelle externer Anbieter zurück. Entscheidend ist deshalb die Schicht darum herum. Bei HubSpot ziehen die Agenten nur die Daten heran, die für die konkrete Aufgabe nötig sind, aus dem CRM, angebundenen Wissensdatenbanken und ausdrücklich freigegebenen Quellen. Die Daten werden temporär zur Verarbeitung übermittelt, nicht dauerhaft beim Modellanbieter gespeichert und nicht für dessen Training verwendet. Ihr Unternehmen bleibt Verantwortlicher, HubSpot handelt als Auftragsverarbeiter, und die Agenten unterliegen denselben Rollen und Berechtigungen wie der Rest der Plattform. Wie das im Detail geregelt ist, haben wir in einem eigenen Beitrag zu Sicherheit und Datenschutz bei KI-Agenten aufgeschlüsselt. Creatio bietet zusätzlich die Möglichkeit, Modelle im eigenen Rechenzentrum zu betreiben, womit die Verarbeitung Ihr Haus gar nicht erst verlässt. Für die meisten Unternehmen genügt die vertragliche Absicherung; wo Datenhoheit vertraglich zugesichert werden muss, ist der Eigenbetrieb das stärkere Argument.
Wie bewerten Anwenderinnen und Anwender die beiden Systeme?
Creatio erhält im Durchschnitt die höheren Bewertungen, HubSpot die deutlich breitere Bewertungsbasis. Im deutschsprachigen Raum kehrt sich das Bild zusätzlich, weil Creatio dort kaum bewertet wird.
| Plattform | G2 (global) | Capterra Deutschland | OMR Reviews (DACH) | Gartner Peer Insights |
| Creatio | 4.7 / 5, rund 312 Bewertungen (348 über alle Creatio-Produkte) | 4.7 / 5, 150 Bewertungen | Keine ausreichende Bewertungsbasis | 4.7 / 5, rund 60 Bewertungen |
| HubSpot Sales Hub | 4.4 / 5, rund 13'567 Bewertungen | 4.5 / 5, 4'458 Bewertungen (HubSpot CRM) | 4.3 / 5, 520 Bewertungen | – |
| HubSpot Marketing Hub | 4.5 / 5, rund 14'355 Bewertungen | – | – | 4.5 / 5, rund 2'215 Bewertungen |
| HubSpot Service Hub | 4.4 / 5, rund 2'870 Bewertungen | – | – | – |
Capterra Deutschland im Detail
Creatio erreicht 4.6 beim Bedienkomfort, 4.7 bei der Kundenbetreuung, 4.6 beim Preis-Leistungs-Verhältnis und 4.6 bei den Funktionen, bei einer Weiterempfehlungsquote von 90 Prozent. HubSpot CRM liegt bei 4.4 (Bedienkomfort), 4.4 (Kundenbetreuung), 4.3 (Preis-Leistungs-Verhältnis) und 4.4 (Funktionen), bei einer Weiterempfehlungsquote von 80 Prozent. Creatio liegt damit in allen Teilkategorien vorn, allerdings bei rund einem Dreissigstel der Bewertungsmenge.
G2 im Detail
Creatios Teilwerte liegen konstant hoch: Ease of Use rund 9.1, Meets Requirements 9.1, Quality of Support 9.1 bis 9.2, Ease of Setup 8.3 bis 8.4. Im direkten G2-Vergleich mit HubSpot Service Hub liegt Creatio bei Bedienbarkeit, Support-Qualität und Anforderungserfüllung vorn.
OMR Reviews als DACH-Indikator
Hier ist das Ergebnis am eindeutigsten und für Schweizer Entscheidungen am aussagekräftigsten. HubSpot Sales Hub kommt auf 4.3 von 5 aus 520 verifizierten Bewertungen und wurde für Q3 2026 unter anderem in den Kategorien Sales Platforms, Sales Engagement, Lead Scoring, Sales Performance Management, Email Tracking und Customer Engagement Platform als Leader geführt, zusätzlich in den Top 100 Tools in DACH 2026. Für Creatio CRM und Creatio Studio weist OMR Reviews dagegen aus, dass noch nicht genügend Bewertungen für eine Auswertung vorliegen.
Das ist kein Qualitätsurteil über Creatio, aber ein belastbares Signal zur Marktdurchdringung: Wer im deutschsprachigen Raum Referenzen, Erfahrungsberichte und einen Zweitmeinungsmarkt für die eigene Evaluation sucht, findet für HubSpot ungleich mehr Material.
Vier methodische Vorbehalte, die eine seriöse Auswertung nennen muss:
1. Stichprobengrösse
HubSpot hat je nach Plattform das 30- bis 45-Fache an Bewertungen. Kleine Stichproben streuen stärker und werden von zufriedenen Referenzkunden dominiert.
2. Selektionseffekt
Eine unabhängige Analyse weist darauf hin, dass Creatios 4.7-Bewertung einen Survivorship-Bias enthält: Teams, die während der Einführungsphase abbrechen, hinterlassen keine Bewertung.
3. Segmentmix
HubSpot-Bewertungen stammen zu rund 61 Prozent aus dem Small-Business-Segment, bei Creatio sind es rund 44 Prozent. Die Erwartungshaltung unterscheidet sich entsprechend.
4. Regionale Verzerrung
G2, Capterra und Gartner Peer Insights sind global geprägt, OMR Reviews ist DACH-geprägt. Für Schweizer Unternehmen sind die DACH-Signale relevanter, gerade bei Fragen zu Support, Sprache und Partnerverfügbarkeit.
Wiederkehrende Kritik an HubSpot
Wiederkehrende Kritik an HubSpot betrifft fast immer den Preis, und sie beruht häufig auf einem Missverständnis des Modells. HubSpot rechnet im Marketing nicht nach gespeicherten Kontakten ab, sondern nach denjenigen, die Sie aktiv bewerben. Alle übrigen, etwa Lieferanten, ehemalige Kundinnen, abgemeldete Empfänger oder kalt importierte Adressen, lassen sich als Nicht-Marketing-Kontakte führen und kosten nichts. Sie stehen Vertrieb und Service weiterhin vollständig zur Verfügung. Wer diesen Schalter aktiv bewirtschaftet, kann eine sehr grosse Datenbasis halten und trotzdem nur für den tatsächlich bespielten Teil bezahlen. Teuer wird es dort, wo alle importierten Kontakte pauschal als Marketingkontakte laufen und die Liste über Jahre wächst, ohne dass jemand sie pflegt. Der zweite Punkt betrifft die Ausbaustufen. Sie lizenzieren zu Beginn nur, was Sie tatsächlich brauchen, und erweitern später auf derselben Plattform. Kommt eine Anforderung dazu, etwa ein eigener Datentyp oder ein zusätzliches Modul, wechseln Sie die Stufe oder buchen das Modul hinzu; Daten, Prozesse und Auswertungen bleiben bestehen, es gibt keine Migration und kein Zweitsystem. Zu beachten ist dabei, dass ein Stufenwechsel jeweils das ganze Modul betrifft und nicht eine einzelne Funktion. Wer die absehbaren Anforderungen der nächsten zwei bis drei Jahre vor Vertragsabschluss einmal durchrechnet, hat den Kostenverlauf damit gut im Griff.
Wiederkehrende Kritik an Creatio
Wiederkehrende Kritik an Creatio betrifft Implementierungsdauer, Partnerabhängigkeit, Lücken in der Einsteigerdokumentation und ein weniger ausgereiftes mobiles Erlebnis. In älteren Capterra-Bewertungen finden sich zudem Berichte über Stabilitätsprobleme nach Updates, die für die aktuelle Produktgeneration allerdings nicht mehr repräsentativ sein müssen.
Wie gut skalieren HubSpot und Creatio?
Beide Plattformen skalieren, aber entlang unterschiedlicher Achsen.
HubSpot skaliert über Ausbaustufen und Nutzertypen. Der Weg führt von Professional zu Enterprise, wobei Marketing Hub zusätzlich über die Anzahl aktiv beworbener Kontakte skaliert. Nutzende, die nur mitlesen sollen, kosten nichts, was bei wachsenden Organisationen einen spürbaren Unterschied macht.
Creatio skaliert über die gewählte Plattformstufe. Seit Mai 2026 gibt es zusätzlich ein Unlimited-Modell, bei dem der Preis nicht mehr an der Zahl der Nutzenden hängt, sondern für die gesamte Organisation gilt. Gerade für Konzerne und grosse Organisationen ist das ein wichtiger Unterschied: Zusätzliche Mitarbeitende oder KI-Agenten im System erhöhen die Lizenzkosten nicht, was die Planung über mehrere Jahre vereinfacht.
Für Schweizer Unternehmen stellt sich die Frage der Skalierung selten technisch, sondern organisatorisch. Nicht "Wie viele Nutzende verträgt das System?" ist entscheidend, sondern: Wie viele Menschen arbeiten wirklich täglich damit, wie sauber bleiben die Daten bei wachsender Nutzung, und wer betreut die Weiterentwicklung? In den Grössenordnungen, in denen Schweizer KMU und Mittelstandsunternehmen unterwegs sind, stösst keine der beiden Plattformen an technische Grenzen. Der Unterschied zeigt sich beim Aufwand dahinter. Bei HubSpot bleibt die Betreuung weitgehend in den Fachbereichen, ergänzt um eine koordinierende Person. Bei Creatio wächst der Betreuungsbedarf mit dem Funktionsumfang: Solange es beim CRM bleibt, genügt eine verantwortliche Rolle. Sobald weitere Fachanwendungen dazukommen, braucht es faktisch ein kleines Team, weil fachliche Prozessverantwortung, Konfiguration und die Disziplin über Entwicklungs-, Test- und Produktivumgebung zusammenkommen müssen. Ob dieses Team intern besteht oder beim Partner liegt, ist eine Kostenfrage, keine Grundsatzfrage.
→ Beim Ökosystem liegt HubSpot klar vorn: Der App Marketplace umfasst rund 2'000 Apps mit über 2.5 Millionen aktiven Installationen. Creatios Marketplace nennt über 700 Konnektoren und Add-ons; Gartner führte 2025 das vergleichsweise wenig ausgereifte ISV-Ökosystem als Vorbehalt zu Creatio auf. Für die Schweiz relevant: Das HubSpot-Partnernetz im DACH-Raum ist erheblich dichter, was Verfügbarkeit, Preiswettbewerb und Zweitmeinungen bei der Implementierung beeinflusst.
Wie unterscheidet sich die Usability im Alltag?
HubSpot kommt schneller zum ersten nutzbaren Ergebnis, Creatio lässt sich weiter anpassen, ohne dass dafür programmiert werden muss.
HubSpot ist bewusst für Fachbereiche gebaut. Die Einführung eines einzelnen Moduls mit Datenmigration, Integrationen und Schulung dauert typischerweise drei bis sechs Monate; bei mehreren Modulen entsprechend länger.
Die HubSpot Academy und eine sehr grosse Community senken den Schulungsaufwand spürbar. Die Kehrseite dieser Einfachheit: Sie arbeiten innerhalb eines vorgegebenen Modells und passen Ihre Abläufe an dessen Logik an, statt umgekehrt.
Creatio adressiert Bedienbarkeit über visuelle Werkzeuge. Fachbereiche bauen Seiten, Prozesse, Auswertungen und inzwischen auch KI-Agenten über Designer und natürliche Sprache. Die Bewertungen zur Bedienbarkeit sind entsprechend hoch.
Die Kehrseite dieser Flexibilität ist Komplexität: Wo mehr gestaltbar ist, sind auch mehr Entscheidungen zu treffen, und die Oberfläche zeigt entsprechend mehr Optionen. Anwendende berichten, dass die Einstiegsdokumentation CRM-Vorerfahrung oder IT-Unterstützung voraussetzt und die mobile Anwendung weniger ausgereift ist als die Weboberfläche.
→ Kurz: HubSpot ist schneller im Einsatz und bleibt auch danach einfacher zu verändern. Creatio bietet mehr Gestaltungsspielraum für alle, die ihn tatsächlich brauchen und betreuen können.
Welcher Aufwand entsteht für Betrieb und Wartung?
Der Wartungsaufwand unterscheidet sich weniger zwischen den Plattformen als zwischen den Betriebsmodellen. Wer in der Cloud arbeitet, hat bei beiden wenig damit zu tun; wer selbst betreibt, übernimmt eine eigene Aufgabe.
HubSpot kennt keine Versionen im klassischen Sinn. Wartung, Betrieb und Weiterentwicklung sind vollständig im Lizenzpreis enthalten. Neue Funktionen erscheinen laufend und stehen ohne Zusatzkosten und ohne Aktualisierungsprojekt zur Verfügung; die grösseren Sprünge bündelt HubSpot zweimal jährlich. Was 2026 dazugekommen ist, etwa KI-Agenten mit Abrechnung nach Ergebnis, die Erstellung von Abläufen per Beschreibung, der Arbeitsbereich für den Vertrieb oder die Werkzeuge für Sichtbarkeit in KI-Assistenten, mussten bestehende Kunden weder beantragen noch einführen lassen. Es gibt keine Wartungsfenster und keine Lizenzneuanforderung. Was bleibt, ist fachliche Pflege: Datenqualität sichern, verwaiste Abläufe aufräumen, Berechtigungen aktuell halten und bei eigenen Oberflächenerweiterungen die Schnittstellen im Blick behalten.
Fairerweise gilt derselbe Grundsatz für Creatio in der Cloud: Auch dort sind Aktualisierung und Weiterentwicklung Bestandteil des Abonnements und laufen automatisch.
Creatio in der Cloud aktualisiert ebenfalls automatisch. Creatio sichert dabei Rückwärtskompatibilität für öffentliche Schnittstellen und Datenmodelle zu, sodass Anpassungen aus Assistenten und Designern erhalten bleiben. Ein Punkt bleibt aber bei Ihnen, und zwar unabhängig davon, ob Sie in der Cloud oder im eigenen Haus betreiben: Was Sie selbst gebaut haben, etwa eigene Prozesse, eigene Datenstrukturen oder eigene Oberflächenkomponenten, prüft Creatio nach einem Update nicht. Treten dort Fehler auf, verweist der Anbieter an denjenigen, der es entwickelt hat, also an Ihr Team oder Ihren Partner. Je individueller Ihre Lösung, desto mehr gehört diese Nachprüfung in die Jahresplanung.
Creatio im eigenen Rechenzentrum ist eine andere Grössenordnung, weil Sie damit die Rolle des Betreibers übernehmen. Konkret heisst das:
Aktualisierungen laufen ausserhalb der Geschäftszeiten, weil die Anwendung währenddessen nicht erreichbar ist. Das braucht entweder eine interne Person mit Bereitschaft oder einen Wartungsvertrag mit Ihrem Partner.
Konfigurationsanpassungen sind manuell zu übertragen, Lizenzen neu anzufordern, danach folgen Kompilierung und Funktionsprüfung. Der Aufwand fällt bei jeder Version erneut an, nicht einmalig.
Server, Datenbank, Sicherungen, Verfügbarkeit und Sicherheitsaktualisierungen liegen bei Ihnen.
Weil jedes Update Aufwand bedeutet, werden Aktualisierungen in der Praxis aufgeschoben. Ein System, das zwei Versionen zurückliegt, bekommt neue Funktionen nicht und wird mit jedem weiteren Sprung teurer nachzuziehen.
→ Einordnung für die Praxis: Fragen Sie in der Evaluation nach zwei Zahlen. Was kostet der Betrieb pro Jahr, und welchen Aufwand verursacht eine Aktualisierung? Bei HubSpot und bei Creatio in der Cloud lautet die Antwort im Wesentlichen null. Beim Eigenbetrieb ist es eine wiederkehrende Budgetposition, die sich über drei Jahre summiert. Das spricht nicht gegen den Eigenbetrieb, wenn regulatorische Gründe ihn verlangen, aber dagegen, ihn ohne diese Gründe zu wählen.
Was kosten HubSpot und Creatio?
Beide Anbieter veröffentlichen Listenpreise, und in beiden Fällen ist der Listenpreis nicht die Rechnung. Betrachtet werden hier die Ausbaustufen ab Professional, weil darunter der Funktionsumfang für die beschriebenen Anwendungsfälle nicht ausreicht.
Die folgenden Angaben sind Brutto-Listenpreise der Anbieter und dienen der Orientierung. Sie enthalten keine Rabatte, keine Mehrjahreskonditionen, keine Einführungskosten und keine Betriebsaufwände. Ein Vergleich Ihrer tatsächlichen Kosten entsteht erst über eine Kalkulation auf Ihren Anwendungsfall.
HubSpot (Listenpreise, Stand Juli 2026, in USD)
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Das CRM ist immer enthalten. Kontakte, Unternehmen, Verkaufschancen, Aufgaben, Reporting und der Datenbestand kosten nichts extra; jedes Modul setzt darauf auf. Wer Marketing Hub bucht, erhält das CRM mit, ohne separate Lizenz.
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Sales Hub Professional: rund 90 bis 100 USD pro Seat und Monat, Enterprise 150 USD
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Marketing Hub Professional: rund 800 bis 890 USD pro Monat inklusive drei Seats und 2'000 Marketingkontakte
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KI ist eingerechnet: Der Assistent, also Zusammenfassungen, Textentwürfe und Auswertungshilfen, ist auf jeder Stufe unbegrenzt nutzbar. Für die Agenten, die selbständig arbeiten, gibt es bei Professional ein monatliches Guthaben von 3'000 Einheiten, also rund 36'000 pro Jahr. Es steht jeden Monat neu zur Verfügung, lässt sich aber nicht ansparen. Zusätzliche Einheiten kosten rund 10 USD pro 1'000. Abgerechnet wird nach Ergebnis, etwa 0.50 USD pro Kundenanfrage, die der Agent selbst gelöst hat. Gibt er den Fall an eine Mitarbeiterin weiter, entstehen keine Kosten. Sie bezahlen also nur für Arbeit, die tatsächlich erledigt wurde.
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View-Only-Seats sind kostenlos
Creatio (Listenpreise, in USD)
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Die Plattform wird separat lizenziert, die CRM-Module kommen dazu. Der Nutzerpreis setzt sich also aus Plattformstufe plus gewünschten Modulen zusammen.
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Plattform Growth: rund 25 USD pro Nutzer und Monat
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Plattform Enterprise: rund 55 USD
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Plattform Unlimited: rund 85 USD, respektive organisationsbezogene Preisbildung im neuen Unlimited-Modell
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CRM-Module Sales, Marketing und Service: je rund 15 USD pro Nutzer und Monat bei Growth und Enterprise, bei Unlimited enthalten
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KI-Pakete: ab 5'000 USD pro Jahr für 25'000 AI Actions
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Marketing Creatio wird typischerweise über Kontaktvolumen statt über Seats abgerechnet
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Drittanbieteranalysen nennen ein jährliches Mindestvolumen im Bereich von 10'000 USD
So verbrauchen die beiden Modelle ihr KI-Kontingent
Die Einheiten heissen ähnlich, funktionieren aber unterschiedlich, und das ist für die Budgetplanung der entscheidende Punkt.
Creatio zählt jeden einzelnen Aufruf des Sprachmodells als AI Action. Braucht ein Agent für eine Aufgabe mehrere Schritte, etwa Daten holen, zusammenfassen und eine Antwort formulieren, zählt jeder dieser Schritte separat. Eine einzige Kundenanfrage kann so mehrere Aktionen verbrauchen. Gezählt wird der Aufwand, unabhängig davon, ob am Ende ein brauchbares Ergebnis steht.
HubSpot zählt bei den Agenten das Ergebnis. Eine gelöste Kundenanfrage kostet 50 Einheiten, unabhängig davon, wie viele Schritte der Agent dafür gebraucht hat. Übergibt er den Fall an eine Mitarbeiterin, entstehen keine Kosten.
Für die Praxis heisst das: Bei Creatio hängt der Verbrauch davon ab, wie komplex Ihre Abläufe gebaut sind. Bei HubSpot hängt er davon ab, wie oft die KI erfolgreich ist. Vergleichen lässt sich deshalb nur, was ein konkreter Anwendungsfall pro Monat kostet, nicht die Grösse des Kontingents.
Warum der Einstiegspreis die falsche Vergleichsgrösse ist
Bei beiden Plattformen entscheidet nicht der Einstiegspreis über die Kosten, sondern das Nutzungsprofil. Vier Grössen bestimmen die tatsächliche Rechnung, und keine davon steht auf einer Preisseite.
1. Nutzerstruktur
Wie viele Personen arbeiten aktiv im System, wie viele lesen nur mit, wie viele brauchen welchen Funktionsumfang? Ein sauber geschnittener Lizenzmix ist regelmässig deutlich günstiger als eine einheitliche Stufe für alle.
2. Mengengerüst
Anzahl aktiv beworbener Kontakte, Datensätze, E-Mail-Volumen, Schnittstellenaufrufe und KI-Nutzung. Im Marketing zählen bei HubSpot nur die Kontakte, die Sie tatsächlich bewerben; alle übrigen lassen sich unbegrenzt und kostenfrei speichern. KI wird bei beiden Anbietern über Kontingente abgerechnet. Genau hier entstehen die Überraschungen im zweiten Jahr, wenn niemand die Zuordnung pflegt.
3. Einführung
Migration, Integrationen, Prozessdesign, Schulung. Dieser Block wird regelmässig unterschätzt und übersteigt im ersten Jahr häufig die Lizenzkosten.
4. Laufender Betrieb
Wer pflegt das System, wer entwickelt es weiter, wie viel davon läuft intern und wie viel über einen Partner? Diese Position ist bei Creatio strukturell höher, weil mehr gestaltet wird.
Die belastbare Vorgehensweise ist deshalb immer dieselbe: Lassen Sie beide Anbieter auf Ihren konkreten Anwendungsfall rechnen, mit Ihren Rollen, Ihren Mengen und Ihren Wachstumsannahmen, und zwar über drei Jahre und inklusive Einführung und Betrieb. Verlangen Sie dabei die Detailrechnung, nicht die Paketübersicht. Wer Einstiegspreise vergleicht, vergleicht die einzige Zahl, die für die eigene Situation nichts aussagt.
Wo liegen die Daten, und was heisst das für Schweizer Unternehmen?
Keine der beiden Plattformen bietet standardmässig Datenhaltung in der Schweiz. Der praktische Unterschied liegt in den Betriebsoptionen.
Bei HubSpot liegen Ihre Daten automatisch in Europa. Wer sich aus der Schweiz oder einem anderen europäischen Land registriert, wird beim Vertragsabschluss dem Rechenzentrum in Frankfurt zugewiesen. Es braucht dafür keine Zusatzoption und keinen Antrag.
Für Schweizer Unternehmen ist dabei ein Punkt entscheidend: Die europäische DSGVO gilt als der strengste Datenschutzstandard weltweit und geht in mehreren Bereichen weiter als das revidierte Schweizer Datenschutzgesetz. HubSpot ist auf diesen Massstab ausgelegt und bringt die entsprechenden Werkzeuge mit, etwa Einwilligungsverwaltung, Cookie-Banner, die Dokumentation der Rechtsgrundlage je Kontakt sowie Auskunfts- und Löschfunktionen. Wer die strengere Vorgabe erfüllt, erfüllt die Schweizer Anforderungen ebenfalls.
Creatio bietet Cloud-Betrieb auf AWS und Azure mit Rechenzentren unter anderem in Frankfurt, Grossbritannien, Irland und den Niederlanden, zusätzlich Managed Private Cloud über Partner sowie vollständigen On-Premise-Betrieb. Auch Creatio.ai lässt sich on-site betreiben und mit selbst gehosteten Sprachmodellen verbinden.
Für Schweizer Unternehmen mit erhöhten Anforderungen aus revDSG, Branchenregulierung oder Kundenverträgen ist das ein echtes Entscheidungskriterium: Wo Datenhoheit und Betriebsort vertraglich zugesichert werden müssen, hat Creatio die grössere Bandbreite. Wo Standard-EU-Hosting genügt, ist der Unterschied gering.
Stärken und Schwächen im direkten Überblick
| Kriterium | HubSpot | Creatio |
| Grundmodell | Einsatzbereites CRM auf einheitlicher Datenbasis, wird angepasst | Plattform, auf der CRM und weitere Anwendungen entstehen |
| Stärkste Disziplin | Zusammenspiel von Marketing, Vertrieb und Service, Vertriebsunterstützung, Auswertungen | Prozessautomatisierung, Datenmodellierung, Anwendungen ausserhalb des CRM |
| Einführungsdauer | Pro Modul typischerweise drei bis sechs Monate | In der Regel länger, abhängig von Prozesstiefe und Partner |
| KI-Ansatz | Einsatzbereite und eigene Agenten, Abrechnung nach Ergebnis, zentrale Steuerung im Agent Hub, eigene Modelle in Workflow-Aktionen einbindbar | Einsatzbereite und eigene Agenten, Modellwahl bis auf Agentenebene, Agenten auch auf eigenen Datentypen |
| Workflow-Engine | Regelbasierte Abläufe mit fertigen Genehmigungsschritten und Anbindung an Fremdsysteme, Erstellung auch per Beschreibung | BPMN-Prozessengine plus dynamisches Case Management, frei modellierbar |
| Eigene Datentypen (z.B. Maschinen, Verträge) | Nur in der Enterprise-Stufe | In jedem Paket enthalten |
| Anpassung durch Fachbereiche | Sehr niedrige Schwelle, klar begrenzte Reichweite | Grosse Reichweite, mehr Abstimmung und Disziplin nötig |
| Oberflächenerweiterung | Custom Cards, App Pages und Workflow-Oberflächen auf React-Basis, standardkonform und dokumentiert | Freedom-UI-Komponenten und iFrame, Eingriff bis in das Standardverhalten möglich |
| Ökosystem | Rund 2'000 Apps, sehr dichtes DACH-Partnernetz | Über 700 Add-ons, deutlich kleineres Partnernetz im DACH-Raum |
| Betriebsmodelle | Cloud, für europäische Kunden automatisch Frankfurt | Cloud, Private Cloud, Betrieb im eigenen Rechenzentrum |
| Wartungsaufwand | Keine Versionen und keine Wartungsfenster, nur fachliche Pflege | In der Cloud gering, im Eigenbetrieb technischer Betrieb inklusive Aktualisierungen |
| Bewertung durch Gartner | Marketingautomation: Leader. Service-CRM: neu in die Bewertung aufgenommen, Stärken bei Lizenzmodell, Datenzusammenführung und Eignung für KMU | Marketingautomation: Leader (fünftes Jahr in Folge) |
| Bewertungslage DACH | 4.3 / 5 aus 520 OMR-Bewertungen, 4.5 / 5 aus 4'458 Capterra-DE-Bewertungen | 4.7 / 5 aus 150 Capterra-DE-Bewertungen, auf OMR Reviews keine ausreichende Basis |
| Typische Schwäche | Kosten steigen mit der Zahl aktiv beworbener Kontakte, wenn die Kontaktdatenbank nicht gepflegt wird | Einführungsaufwand, Partnerabhängigkeit, kleineres Ökosystem an Zusatzlösungen |
Zur Einordnung: Einen Gesamtvergleich für CRM gibt es bei Gartner nicht. Das Analysehaus zerlegt den Markt in Teilsegmente und bewertet Anbieter je Segment getrennt, etwa für Marketingautomation, Vertriebssoftware und Service-CRM. Innerhalb jedes Segments erfolgt die Einordnung in vier Felder, wobei Leader sowohl bei der Produktvision als auch bei der Umsetzung im Markt überzeugen. In der Marketingautomation sind beide Anbieter als Leader eingestuft. Die Bewertung für Vertriebssoftware ist hier nicht aufgeführt, weil dieser Quadrant auf Anforderungen grosser Konzerne ausgerichtet ist, etwa Gebietsplanung und Vergütungssteuerung, und für KMU und Mittelstand wenig aussagt.
Für welche Ausgangslage eignet sich welche Plattform?
Die folgenden Punkte sind als Selbsttest gedacht. Je mehr Aussagen einer Seite auf Ihre Situation zutreffen, desto klarer die Richtung.
HubSpot ist die naheliegende Wahl, wenn:
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Marketing, Vertrieb und Service auf einer gemeinsamen Datenbasis arbeiten sollen, ohne dass daraus ein Integrationsprojekt wird
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das System tatsächlich genutzt werden soll: Die meisten CRM-Vorhaben scheitern nicht an Funktionen, sondern an der Akzeptanz im Team. Mitlesende Rollen wie Geschäftsleitung, Finanzen oder Produktion lassen sich kostenfrei anbinden
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Ihre Prozesse sich laufend weiterentwickeln und alltägliche Anpassungen in Stunden statt in Releasezyklen erfolgen sollen
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Ihr ERP oder Branchensystem für Stammdaten, Aufträge und Finanzen führend bleibt und das CRM als zweites Kernsystem die Kundenbeziehung führt, verbunden über Schnittstellen und fertige Integrationen
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KI heute Nutzen bringen soll, ohne eigenes Projekt und mit Abrechnung nach Ergebnis statt nach Aufwand
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Sie sich die Freiheit erhalten wollen, den Umsetzungspartner zu wechseln: Im DACH-Raum ist die Auswahl gross, was Verfügbarkeit, Konditionen und Zweitmeinungen begünstigt
Creatio ist die naheliegende Wahl, wenn:
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Ihre Abläufe über die Kundenbeziehung hinausreichen und ohne Systemwechsel bis in Auftragsabwicklung, Disposition oder Beschaffung durchlaufen sollen
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weitere Fachanwendungen auf derselben Plattform entstehen sollen, etwa für Produktion, Personal oder Dossierbearbeitung
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Ihr Geschäft ein eigenes Datenmodell verlangt, das vom CRM-Standard deutlich abweicht
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Sie Prozesse bereits in einem Modellierungswerkzeug führen und dieselbe Notation im CRM weiterverwenden wollen: Creatio arbeitet mit BPMN
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sehr viele Personen mit dem System arbeiten und Sie Lizenzkosten unabhängig von der Nutzerzahl planen wollen
-
Betrieb und Sprachmodelle im eigenen Haus liegen müssen, etwa aus regulatorischen Gründen
Fazit
Die Entscheidung zwischen HubSpot und Creatio ist keine Featurefrage, sondern eine Architekturfrage.
HubSpot senkt die Schwelle zur Anpassung, Creatio erhöht die Reichweite der Anpassung. Bei der Skalierung lohnt es sich, drei Achsen getrennt zu betrachten, weil sie unterschiedlich ausfallen:
| Skalierungsachse | Stärker |
| Organisatorisch: Akzeptanz, Nutzerzahl, Einarbeitung |
HubSpot |
| Funktional: Prozesstiefe, Datenmodell, Anwendungsbreite |
Creatio |
| Kommerziell: Kostenverlauf bei Wachstum |
Abhängig von der Grössenordnung: Creatios Unlimited-Modell für Konzerne, HubSpots Modell mit kostenlosen Lesezugriffen und Abrechnung nur nach beworbenen Kontakten im Mittelstand |
Für Unternehmen, deren Eigenheiten sich in Feldern, Pipelines und Kampagnenlogik ausdrücken, ist HubSpot die schnellere Antwort. Für Unternehmen, deren Eigenheiten im Datenmodell und in mehrstufigen operativen Prozessen liegen, ist Creatio die tragfähigere.
Der verlässlichste Weg zur Entscheidung führt nicht über Vergleichstabellen, sondern über zwei bis drei konkrete Anwendungsfälle aus Ihrem Geschäft, die Sie in beiden Systemen testweise durchspielen. Alles andere ist Preislistenvergleich.
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Wir sind HubSpot Platinum Partner und sagen Ihnen trotzdem, wenn HubSpot nicht passt. In einem Gespräch klären wir Ihre zwei bis drei kritischen Anwendungsfälle, Ihr Datenmodell und die Schnittstelle zum ERP. Danach wissen Sie, welche Plattform zu Ihnen passt und was die Einführung realistisch kostet. Wenn Sie sich vorher noch einlesen möchten: Wir haben zusammengefasst, worauf es bei Marketing Automation, KI und Plattformwahl im Schweizer Mittelstand ankommt.
FAQ‘s
Was ist der Hauptunterschied zwischen HubSpot und Creatio?
HubSpot ist ein einsatzbereites CRM für Marketing, Vertrieb und Service, das Sie anpassen. Creatio ist eine Plattform, auf der Sie Ihr CRM und weitere Fachanwendungen selbst bauen. HubSpot ist schneller produktiv und im Alltag einfacher zu verändern, Creatio bietet mehr Gestaltungsspielraum bei Datenmodell und Prozessen.
Ist Creatio eine Alternative zu HubSpot?
Ja, aber mit anderem Zuschnitt. Creatio deckt den CRM-Bereich funktional ab und geht bei Prozessautomatisierung und eigenen Datenstrukturen darüber hinaus. HubSpot ist stärker, wenn Marketing, Vertrieb und Service ohne Integrationsaufwand auf einer Datenbasis arbeiten sollen und Anpassungen im Fachbereich entstehen.
Welche Plattform ist günstiger, HubSpot oder Creatio?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten. Ausschlaggebend sind Nutzerstruktur, Mengengerüst, Einführungsaufwand und laufender Betrieb über drei Jahre. Lassen Sie beide Anbieter auf Ihren konkreten Anwendungsfall rechnen und verlangen Sie die Detailrechnung statt der Paketübersicht.
Welche Plattform hat die bessere KI?
Beide sind 2026 auf hohem Niveau. Beide liefern einsatzbereite Agenten für Vertrieb, Marketing und Service, erlauben den Bau eigener Agenten und die Einbindung eigener Sprachmodelle, und beide greifen auf Modelle externer Anbieter zurück statt auf eigene. Bei HubSpot ist der Assistent für Zusammenfassungen, Textentwürfe und Auswertungen in allen Stufen enthalten, Abläufe entstehen aus einer Beschreibung, und Agenten werden nach Ergebnis abgerechnet. Die Daten werden dabei nur temporär zur Verarbeitung übermittelt und nicht für das Training der Modelle verwendet. Creatio erlaubt die Modellwahl bis auf Agentenebene, den Einsatz auf selbst definierten Datentypen und den Betrieb im eigenen Haus, verlangt dafür mehr Konfiguration.
Ist HubSpot flexibler als Creatio?
Nein, aber einfacher anpassbar. Creatio kann tiefer angepasst werden, weil eigene Datentypen und Prozesse nicht an eine Ausbaustufe gebunden sind. HubSpot setzt darauf, dass Anpassungen direkt im Fachbereich entstehen und sofort wirksam sind. Gesteuert wird das über Berechtigungen: Über Rollen und Teams legen Sie fest, wer Felder anlegen, wer Workflows aktivieren und wer nur mitlesen darf, bis hinunter auf einzelne Felder. Die Kontrolle liegt damit nicht in einem vorgeschalteten Freigabeprozess, sondern in der Rechtevergabe.
Welche Plattform skaliert besser?
Das hängt davon ab, worin Sie wachsen. Bei Nutzerzahl und Akzeptanz skaliert HubSpot schneller, weil neue Mitarbeitende ohne lange Einarbeitung produktiv sind und Nutzende, die nur mitlesen, nichts kosten. Funktional wachsen beide, aber unterschiedlich: HubSpot über zusätzliche Module und Ausbaustufen auf derselben Plattform, ohne Migration und ohne Zweitsystem; Creatio zusätzlich in Bereiche ausserhalb des Kundenlebenszyklus hinein. Kommerziell hängt es von der Grössenordnung ab: Creatios Unlimited-Modell entkoppelt den Preis von der Nutzerzahl und ist damit für Konzerne planbarer, während bei HubSpot im Mittelstand ins Gewicht fällt, dass nur aktiv beworbene Kontakte und nur tatsächlich arbeitende Nutzende kosten.
Wie lange dauert die Einführung von HubSpot oder Creatio?
Creatio-Projekte dauern in der Regel länger als HubSpot-Projekte. Eine Konzeptphase braucht es bei beiden, in der Prozesse, Zuständigkeiten, Datenqualität und Integrationen geklärt werden. Der Unterschied liegt in ihrem Umfang: Bei HubSpot arbeiten Sie mit einem bestehenden Datenmodell und entscheiden, wie Ihre Abläufe darin abgebildet werden. Bei Creatio entwerfen Sie das Datenmodell zusätzlich selbst, legen also fest, welche Objekte es gibt, wie sie zusammenhängen und welche Zustände sie durchlaufen. Konkret bedeutet das: Bei HubSpot dauert die Einführung eines einzelnen Moduls mit Datenmigration und Integrationen typischerweise drei bis sechs Monate, bei mehreren Modulen entsprechend länger. Bei Creatio beginnt die Bandbreite bei mehreren Monaten für standardnahe Setups und reicht bei individueller Prozessmodellierung deutlich darüber hinaus. Branchenvorlagen verkürzen den Entwurfsaufwand, ersetzen ihn aber nicht.
Wo werden die Daten gespeichert, und ist das DSGVO-konform?
Bei HubSpot liegen die Daten europäischer Kundinnen und Kunden automatisch im Rechenzentrum Frankfurt. Creatio bietet Cloud-Betrieb in Europa, Private Cloud sowie Betrieb im eigenen Rechenzentrum. Beide Plattformen lassen sich DSGVO- und revDSG-konform betreiben; die Konformität entsteht jedoch erst durch die konkrete Konfiguration, die Rechtsgrundlagen je Verarbeitung und die Löschkonzepte.
Welche Plattform ist im Vertrieb stärker?
Für den klassischen Vertriebsalltag ist HubSpot breiter ausgestattet: Kontaktstrecken und automatisierte Nachfassaktionen, Terminbuchung, Anrufaufzeichnung mit Gesprächsanalyse und Coaching, Gesprächsleitfäden am Datensatz, Nachverfolgung geöffneter Angebotsunterlagen, Prognosen sowie der durchgehende Weg von der Offerte über Freigabe und Rechnung bis zur Zahlung. Creatio ist stärker, wenn der Vertriebsprozess viele Freigabestufen durchläuft oder auf einem eigenen Datenmodell aufsetzt, etwa bei Anlagen, Verträgen oder Projekten.
Bei der KI sind beide stark und decken denselben Funktionsumfang ab: Bewertung von Leads und Verkaufschancen, Priorisierung nach Abschlusswahrscheinlichkeit, Empfehlungen für den nächsten Schritt, Umsatzprognosen sowie Agenten, die Ansprache und Nachfassaktionen selbst ausführen. Der Unterschied liegt im Fertigungsgrad. HubSpots Prospecting Agent deckt den gesamten Zyklus ab Werk ab, von der Signalerkennung über die Recherche des Entscheidungsgremiums bis zur Terminbuchung, und wird nach Ergebnis abgerechnet. Bei Creatio entsteht ein vergleichbarer Ablauf über die Kombination von Agenten und Prozessen, was mehr Gestaltungsfreiheit bietet und mehr Konfigurationsarbeit erfordert. Gartner nennt diesen Konfigurationsaufwand ausdrücklich als Vorbehalt.
Lässt sich HubSpot mit einem ERP verbinden?
Ja, und das ist die übliche Architektur im Schweizer Mittelstand. Jedes Unternehmen mit Geschäftstätigkeit hat zwei Kernsysteme: das ERP als finanziell-operative Wahrheit für Stammdaten, Aufträge, Lager und Buchhaltung, und das CRM, auch Customer Plattform genannt, als führendes System entlang der Kundenbeziehung von Marketing über Vertrieb bis Service. Beide bleiben in ihrer Kernkompetenz, statt sich gegenseitig nachzubauen.
Die Verbindung entsteht über rund 2'000 fertige Integrationen aus dem Marketplace sowie über Webhooks in beide Richtungen. Ein gewonnener Abschluss kann so die Abwicklung im ERP anstossen, und ERP-Daten wie Lagerbestände oder Liefertermine erscheinen direkt auf dem Datensatz. Umgekehrt lassen sich HubSpot-Ansichten in eigene Anwendungen einbetten.
Realistisch einzuplanen: Eine saubere ERP-Anbindung mit definierten Datenflüssen, Fehlerbehandlung und Verantwortlichkeiten dauert drei bis sechs Monate. Entscheidend ist die Vorarbeit, nämlich die Festlegung, welches System für welches Datum führend ist.
Warum scheitern CRM-Projekte, und was heisst das für die Auswahl?
Die häufigste Ursache ist nicht fehlende Funktionalität, sondern fehlende Akzeptanz im Team. Ein System, das täglich genutzt wird, liefert bessere Daten als eines, das mehr kann. HubSpot setzt hier auf niedrige Einstiegshürden, Schulungsangebote und Anpassungen direkt im Fachbereich. Creatio erreicht in Anwenderbewertungen ebenfalls hohe Werte bei der Bedienbarkeit, verlangt am Anfang aber mehr Begleitung.
Kann man in HubSpot eigene Objekte und Oberflächen bauen?
Ja. Eigene Datentypen wie Maschinen, Verträge oder Liegenschaften sind in der Enterprise-Stufe verfügbar, eigene Oberflächen entstehen über Custom Cards und App Pages, die als standardkonforme Erweiterungen innerhalb der Plattform laufen, und über den Marketplace stehen rund 2'000 fertige Erweiterungen bereit. Damit lassen sich Fremddaten, Aktionen und ganze Anwendungen direkt in die Arbeitsoberfläche holen.
Braucht man für die Einführung zwingend einen Partner, und bleibt man danach abhängig?
Für die Einführung ist bei beiden Plattformen ein erfahrener Partner sinnvoll, weil dort die Weichen gestellt werden: Datenmodell, Prozesse, Migration, Integrationen und Schulung. Danach unterscheiden sich die Wege. Bei HubSpot verteilt sich der Ausbau typischerweise auf die Fachbereiche selbst, weil neue Felder, Listen und Abläufe direkt entstehen können und Schulungsangebote sowie eine grosse Community den Wissensaufbau tragen. Welche Rolle dabei was verändern darf, wird über Berechtigungen gesteuert. Der Partner wird für grössere Vorhaben beigezogen, nicht für den Alltag. Bei Creatio bleibt der Ausbau an eine dedizierte Rolle gebunden, weil Änderungen am Datenmodell über getrennte Umgebungen laufen und Release-Disziplin verlangen. Diese Rolle kann intern aufgebaut werden; je breiter die Plattform über das CRM hinaus genutzt wird, desto eher bleibt der Partner dauerhaft eingebunden. Das ist keine Schwäche, sondern eine Budgetposition, die in die Mehrjahresrechnung gehört.
Entstehen laufende Wartungskosten?
Ja, aber unterschiedlich hohe. Bei HubSpot und bei Creatio in der Cloud laufen Aktualisierungen automatisch; was bleibt, ist fachliche Pflege wie Datenqualität, Aufräumen von Abläufen und Berechtigungen. Bei Creatio kommt unabhängig vom Betriebsmodell ein Punkt dazu: Was Sie selbst gebaut haben, also eigene Prozesse, Datenstrukturen oder Oberflächenkomponenten, prüft der Anbieter nach einem Update nicht. Diese Nachprüfung liegt bei Ihrem Team oder Ihrem Partner. Betreiben Sie Creatio zusätzlich im eigenen Rechenzentrum, kommt der technische Betrieb hinzu: Aktualisierungen ausserhalb der Geschäftszeiten, manuelles Übertragen von Konfigurationsanpassungen, Neuanforderung der Lizenzen sowie Kompilierung und Funktionsprüfung nach jedem Update.
Braucht Creatio eine eigene IT-Abteilung?
Nicht zwingend. Solange es beim CRM bleibt, genügt eine verantwortliche Rolle mit Prozessverständnis. Sobald weitere Fachanwendungen dazukommen, braucht es faktisch ein kleines Team, weil Prozessverantwortung, Konfiguration und die Disziplin über Entwicklungs-, Test- und Produktivumgebung zusammenkommen. Diese Rolle kann intern besetzt oder an einen Partner vergeben werden.
Lohnt sich ein Wechsel von Creatio zu HubSpot oder umgekehrt?
Ein Plattformwechsel lohnt sich nur, wenn die aktuelle Architektur ein konkretes Geschäftsziel blockiert. Migrationskosten, ein nicht passendes Datenmodell und der Verlust an Akzeptanz im Team werden regelmässig unterschätzt. Klären Sie zuerst den Anwendungsfall, dann die Datenarchitektur, dann das System.
Quellen
• Creatio, Unternehmens- und Produktseiten: https://www.creatio.com/de
• Creatio, Preisübersicht: https://www.creatio.com/de/products/pricing
• Creatio, Pressemitteilung zum neuen Preismodell und Unlimited (Mai 2026): https://www.creatio.com/company/news/24799
• Creatio Academy, Release Notes 8.3, 8.3.1, 8.3.2, 8.3.4: https://academy.creatio.com/docs/8.x/resources/release-notes/
• Creatio Academy, Creatio.ai on-site: https://academy.creatio.com/docs/8.x/setup-and-administration/on-site-deployment/deployment-additional-setup/creatio-ai-on-site
• Creatio Academy, Update-Anleitung für On-Site-Installationen: https://academy.creatio.com/docs/8.x/resources/update-guide
• Creatio, Regelmässige Updates und Rückwärtskompatibilität: https://www.creatio.com/our-technologies/regular-updates
• Creatio, Cloud-Infrastruktur und Rechenzentren: https://www.creatio.com/our-technologies/cloud
• Creatio Academy, Creatio.ai FAQ und Definition der AI Actions: https://academy.creatio.com/docs/8.x/no-code-customization/ai-tools/creatio-ai/creatio-ai-faq
• Creatio, KI im Vertrieb und prädiktive Funktionen: https://www.creatio.com/glossary/ai-crm
• Creatio Academy, Liste der verfügbaren KI-Agenten: https://academy.creatio.com/docs/8.x/no-code-customization/ai-tools/creatio-ai/ai-agent-list
• Creatio, Übersicht CRM AI Agents: https://www.creatio.com/glossary/crm-ai-agents
• Creatio, Visionär im 2025 Gartner MQ für Sales Force Automation Platforms: https://www.creatio.com/company/news/24090
• Gartner, Magic Quadrant für CRM Customer Engagement Center: https://www.gartner.com/reviews/market/crm-customer-engagement-center
• HubSpot, Leader im 2025 Gartner MQ für B2B Marketing Automation Platforms: https://www.hubspot.com/company-news/hubspot-named-a-leader-in-the-2025-gartner-magic-quadrant
• HubSpot, Spring 2026 Spotlight: https://www.hubspot.com/company-news/spring-2026-spotlight
• HubSpot Knowledge Base, Customer Health Agent: https://knowledge.hubspot.com/ai-tools/use-the-customer-health-agent
• HubSpot Knowledge Base, Agent Hub: https://knowledge.hubspot.com/ai/understand-breeze
• CMSWire, HubSpot Agent Hub (Juli 2026): https://www.cmswire.com/customer-experience/hubspot-debuts-agent-hub-to-unify-ai-agents/
• HubSpot, Datenschutz und Auftragsverarbeitung: https://legal.hubspot.com/dpa
• HubSpot, Rechenzentren und regionale Datenhaltung: https://www.hubspot.com/data-centers
• HubSpot, Security Program und Datenhosting: https://legal.hubspot.com/security
• HubSpot, Technology Partner Program und App Marketplace: https://www.hubspot.com/partners/app
• G2, Vergleichsseiten Creatio vs. HubSpot Sales Hub, Marketing Hub, Service Hub: https://www.g2.com/compare/creatio-vs-hubspot-sales-hub
• G2, Creatio Produktprofil: https://www.g2.com/sellers/creatio
• Capterra Deutschland, Creatio CRM: https://www.capterra.com.de/software/130149/bpm-online-crm (Schweizer Version: https://www.capterra.ch/software/130149/bpm-online-crm)
• Capterra Deutschland, HubSpot CRM: https://www.capterra.com.de/software/152373/hubspot-crm (Schweizer Version: https://www.capterra.ch/software/152373/hubspot-crm)
• OMR Reviews, HubSpot Sales Hub: https://omr.com/de/reviews/product/hubspot-sales-hub
• OMR Reviews, Creatio CRM: https://omr.com/de/reviews/product/creatio-crm
• OMR Reviews, Creatio Studio: https://omr.com/de/reviews/product/creatio-studio
• Gartner Peer Insights, Creatio vs. HubSpot: https://www.gartner.com/reviews/market/b2b-marketing-automation-platforms/compare/creatio-vs-hubspot
• CX Today, Rundown zum Gartner MQ Sales Force Automation 2025: https://www.cxtoday.com/crm/gartner-magic-quadrant-for-sales-force-automation-platforms-sfa-2025-the-rundown/
• Customer FX, Analyse zum Creatio Unlimited Pricing: https://customerfx.com/article/creatio-unlimited-pricing-ai-packages-2026/
• Greytrix, Creatio Pricing Modules: https://www.greytrix.com/blogs/creatio/2026/07/08/creatio-pricing-plans-modules-costs-explained-greytrix/
• HubSpot Developers, UI Extensions in privaten Apps: https://developers.hubspot.com/docs/apps/legacy-apps/private-apps/build-with-projects/create-ui-extensions
• HubSpot Developers, App Cards für private Apps in allen Enterprise-Stufen: https://developers.hubspot.com/changelog/app-cards-for-private-apps-now-available-across-all-enterprise-tiers
• HubSpot Developers, Spring 2026 Spotlight (App Pages, Serverless Functions, Developer MCP): https://developers.hubspot.com/changelog/spring-2026-spotlight
• HubSpot, Marketing Studio: https://www.hubspot.com/products/marketing/studio
• HubSpot Knowledge Base, Inhalte mit Content Remix mehrfach nutzen: https://knowledge.hubspot.com/blog/repurpose-content-using-ai-with-content-remix
• HubSpot Knowledge Base, Sales Workspace: https://knowledge.hubspot.com/prospecting/use-the-prospecting-workspace
• HubSpot Knowledge Base, Verkaufschancen im Sales Workspace: https://knowledge.hubspot.com/prospecting/create-and-manage-deals-in-the-sales-workspace
• HubSpot Knowledge Base, eigene LLM-Workflow-Aktionen: https://knowledge.hubspot.com/integrations/create-and-use-custom-llm-workflow-actions
• HubSpot Knowledge Base, Workflows mit Breeze Assistant bauen: https://knowledge.hubspot.com/workflows/use-ai-assistants-in-workflows
• MarTech, HubSpot Mai-2026-Updates und Agentic Automation Builder: https://martech.org/hubspots-may-2026-updates-breeze-gets-serious-automation-gets-smarter-and-your-data-gets-cleaner/
• HubSpot Knowledge Base, CRM-Datenlimits: https://knowledge.hubspot.com/data-management/track-crm-data-limits
• HubSpot, Credits und Breeze-Preismodell: https://www.hubspot.com/pricing/credits
• HubSpot, Marketingkontakte und Preismodell: https://www.hubspot.com/marketing-contacts
• HubSpot Knowledge Base, Externe Inhalte auf Dashboards einbetten: https://knowledge.hubspot.com/dashboards/embed-external-content-on-a-dashboard
• HubSpot Developers, CRM Embed: https://developers.hubspot.com/docs/guides/crm/embed
• HubSpot Knowledge Base, Standard-Sandbox und Synchronisation: https://knowledge.hubspot.com/account/sync-automated-emails-forms-lists-and-workflows-to-a-sandbox-account
• HubSpot Knowledge Base, Benutzerberechtigungen: https://knowledge.hubspot.com/user-management/hubspot-user-permissions-guide
• HubSpot Knowledge Base, Feldbezogene Zugriffsrechte: https://knowledge.hubspot.com/properties/restrict-view-edit-access-for-properties
• HubSpot Knowledge Base, Übersicht Genehmigungen: https://knowledge.hubspot.com/account-management/overview-of-approvals-in-hubspot
• HubSpot Knowledge Base, Genehmigungen für Deal-Pipelines: https://knowledge.hubspot.com/object-settings/pipeline-approvals
• HubSpot Knowledge Base, Webhooks in Workflows: https://knowledge.hubspot.com/workflows/how-do-i-use-webhooks-with-hubspot-workflows
• HubSpot Knowledge Base, Workflow-Limits: https://knowledge.hubspot.com/workflows/workflows-faq
• Creatio Academy, Freedom UI Designer und iFrame-Komponente: https://academy.creatio.com/docs/8.x/no-code-customization/customization-tools/ui-and-business-logic-customization/UI-designer
• Creatio Academy, Seitenfelder einrichten: https://academy.creatio.com/guides/no-code-customization/8.0/customization-tools/ui-and-business-logic-customization/page-layout/set-up-page-fields
• Creatio Academy, Geschäftsregeln: https://academy.creatio.com/docs/8.x/no-code-customization/customization-tools/ui-and-business-logic-customization/freedom-ui-business-rules
• Creatio Academy, Objektschemata und Publish-Verhalten: https://academy.creatio.com/docs/8.x/dev/development-on-creatio-platform/development-tools/creatio-ide/configuration-elements/object
• Creatio Academy, Custom UI Component via Remote Module: https://academy.creatio.com/docs/8.x/dev/development-on-creatio-platform/front-end-development/freedom-ui/remote-module/implement-a-remote-module/overview
• HubSpot Pricing-Analysen 2026: https://hackingdemand.com/blog/hubspot-pricing-2026 und https://denovodigital.com/blog/hubspot-pricing
• VentureBeat, Creatio 8.3 Twin Release: https://venturebeat.com/ai/creatios-new-8-3-twin-crm-update-hits-salesforce-where-it-hurts-we-dont-think-of-ai-as-an-add-on-its-just-part-of-our-app-experience
Stand: 29. Juli 2026. Preise und Funktionsumfang können sich kurzfristig ändern. Alle Listenpreise in USD gemäss den Preisseiten der Anbieter und öffentlich verfügbaren Analysen.