HubSpot Vertragsmanagement: Keine Kündigungsfrist und keine Verlängerung mehr verpassen
Vertragsmanagement in HubSpot funktioniert so: Die Vertragsdokumente bleiben in der bestehenden Ablage, zum Beispiel SharePoint, während die Vertragsdaten (Laufzeitende, Kündigungsfrist, Vertragswert, verantwortliche Person) strukturiert im CRM erfasst werden. Datumsbasierte Workflows erinnern die verantwortliche Person automatisch 90, 60 und 30 Tage vor Vertragsende oder Kündigungsfrist. Das funktioniert für Kundenverträge und Lieferantenverträge gleichermassen, und Datenmodell samt Workflows sind in wenigen Tagen aufgebaut.
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Auf einen Blick
- Was es ist: Strukturierte Vertragsdaten mit automatischen Fristen-Erinnerungen im HubSpot CRM. Die Dokumente bleiben in SharePoint, Google Drive oder AWS.
- Voraussetzungen: Datumsbasierte Workflows ab Sales Hub oder Service Hub Professional, ein Custom Object «Vertrag» ab der Enterprise-Lizenz.
- Kernfunktionen: Erinnerungskette 90/60/30 Tage, Renewal-Pipeline, Eskalation bis zur Geschäftsleitung, KI-Extraktion der Eckdaten aus dem Vertrags-PDF via n8n.
- Aufwand: Datenmodell und Workflows in wenigen Tagen. Der grösste Aufwand liegt im Vertragsinventar und in der Erfassung der Bestandsverträge.
Jedes Unternehmen hat sie. Verträge mit Kunden, Verträge mit Lieferanten, Wartungsverträge, Service Level Agreements, Rahmenvereinbarungen. Und fast jedes Unternehmen kennt auch dieses Szenario. Ein Kundenvertrag läuft still und leise aus, niemand hat rechtzeitig das Gespräch über die Verlängerung gesucht, und plötzlich verhandelt der Kunde mit einem Mitbewerber. Oder umgekehrt. Ein Lieferantenvertrag verlängert sich automatisch um ein weiteres Jahr, weil die Kündigungsfrist verpasst wurde, obwohl die Konditionen längst nicht mehr marktgerecht sind.
Beides kostet Geld, und beides hat dieselbe Ursache. Verträge liegen als Dokumente in Ordnern, aber die Termine, die in ihnen stecken, leben in keinem System, das aktiv daran erinnert.
In diesem Artikel zeigen wir, wie Sie Vertragsmanagement in HubSpot aufbauen. Die Vertragsdokumente können dort bleiben, wo sie heute liegen. Ins CRM gehören die Vertragsdaten (Laufzeitende, Kündigungsfrist, Vertragswert, verantwortliche Person), hinterlegt mit Workflows, die Ihr Team automatisch und rechtzeitig erinnern. Für Kundenverträge genauso wie für Lieferantenverträge.
Warum gehört Vertragsmanagement ins CRM und nicht nur in die Ablage?
Die klassische Vertragsverwaltung im Mittelstand sieht so aus. Das unterschriebene PDF liegt in SharePoint, auf einem Fileserver oder im E-Mail-Postfach der zuständigen Person. Die Kündigungsfristen stehen in einer Excel-Liste, die jemand pflegt. Oder eben nicht pflegt.
Genau darin liegt das Problem, denn eine Ablage ist passiv. Sie meldet sich nicht. Ob ein Vertrag in 90 Tagen ausläuft, weiss nur, wer aktiv nachschaut. Und im Tagesgeschäft schaut niemand aktiv nach.
Ein CRM wie HubSpot dreht diese Logik um. Das Vertragsdokument bleibt, wo es ist. Aber die Daten aus dem Vertrag werden zu aktiven Auslösern.
Der Vertrag endet in 90 Tagen?
Der zuständige Sales-Mitarbeitende erhält automatisch die Aufgabe, ein Verlänge-rungsgespräch mit dem Kunden zu vereinbaren.
Die Kündigungsfrist beim Lieferanten läuft in 60 Tagen ab?
Der Einkauf wird daran erinnert, die Konditionen zu prüfen, bevor sich der Vertrag automatisch verlängert.
Der Vertrag ist verlängert?
Das neue Enddatum wird erfasst, und der Zyklus beginnt von vorne.
Die Ablage beantwortet die Frage «Wo ist der Vertrag?». Das CRM beantwortet die Frage «Was muss ich wann tun?». Für die Geschäftsleitung zählt die zweite.
Aus unserer Projekterfahrung wissen wir, dass der grösste Hebel bei den Kundenverträgen liegt. Eine Verlängerung, die drei Monate vor Vertragsende aktiv angegangen wird, ist ein Beratungsgespräch auf Augenhöhe. Der Kunde spürt, dass sich jemand rechtzeitig um ihn kümmert. Wird dieselbe Verlängerung erst zwei Wochen vor Ablauf unter Zeitdruck verhandelt, geht es nur noch um Preis und Konditionen.
Wie funktionieren automatische Erinnerungen für Vertragsverlängerungen in HubSpot?
Das Herzstück ist ein datumsbasierter Workflow. HubSpot kann Aktionen zeitlich relativ zu einem Datumsfeld auslösen, zum Beispiel «90 Tage vor Vertragsende». Damit lässt sich eine Erinnerungskette aufbauen, die in der Praxis so aussieht.
90 Tage vor Vertragsende erhält der Vertragsverantwortliche (Sales beim Kunden, Einkauf beim Lieferanten) die Aufgabe, den Vertrag zu prüfen und einen Gesprächstermin mit dem Kunden respektive Lieferanten zu planen. Zusätzlich kann HubSpot automatisch einen neuen Deal in einer eigenen Renewal-Pipeline anlegen. So wird die Verlängerung wie eine Verkaufschance geführt, mit Phasen, Verantwortlichkeit und Forecast.
60 Tage vor Vertragsende folgt eine zweite Erinnerung, falls die Verlängerung noch nicht in Bearbeitung ist. Optional mit Eskalation an die Teamleitung, wenn der Status unverändert bleibt.
30 Tage vor Vertragsende greift die letzte Eskalationsstufe. Jetzt sieht auch die Geschäftsleitung im Dashboard, welche Verträge kritisch sind.
Die Erinnerung geht dabei an die Person, die dem Vertrag als Owner zugewiesen ist, nicht an eine anonyme Sammeladresse. Verantwortung steht im System und hängt nicht am Gedächtnis einzelner Mitarbeitender. Das schützt Sie auch dann, wenn jemand das Unternehmen verlässt oder länger ausfällt.
→ Für die Geschäftsleitung entsteht daraus ein Reporting, das es in dieser Form vorher nicht gab. Welche Verträge laufen in den nächsten sechs Monaten aus? Wie hoch ist der wiederkehrende Umsatz, der zur Verlängerung ansteht? Wie viele Verlängerungen haben wir in den letzten zwölf Monaten gewonnen, wie viele verloren?
Funktioniert das auch für Lieferantenverträge?
Ja, und das wird oft unterschätzt. HubSpot ist zwar als Kunden-CRM konzipiert, aber Lieferanten sind technisch gesehen einfach Unternehmen mit einer anderen Rolle. In der Praxis lösen wir das so.
Gerade bei Lieferantenverträgen mit automatischer Verlängerung ist die Kündigungsfrist das massgebende Datum, nicht das Vertragsende. Deshalb empfehlen wir, den Erinnerungs-Workflow auf den letzten möglichen Kündigungstermin auszurichten, mit genügend Vorlauf für eine echte Verhandlung.
Beim Kunden sorgt der Workflow dafür, dass Sie die Beziehung rechtzeitig pflegen und Umsatz nicht verloren geht. Beim Lieferanten sorgt er dafür, dass Sie nicht länger als nötig an Konditionen gebunden bleiben, die nicht mehr zu Ihrem Unternehmen passen.
Wie passen Vertragsdokumente in SharePoint und Vertragsdaten in HubSpot zusammen?
Viele Schweizer Unternehmen haben ihre Dokumentenablage längst aufgebaut, sei es in Microsoft SharePoint, in Google Drive oder in einem Cloud-Speicher wie AWS. Dort sind Berechtigungskonzept, Versionierung und geregelte Aufbewahrung definiert. Das ist gut so, und daran muss ein CRM-Projekt nichts ändern. Wir verwenden in diesem Artikel SharePoint als Beispiel, weil es im Schweizer Mittelstand am weitesten verbreitet ist. Das Prinzip funktioniert mit den anderen Ablagen identisch. Die Frage ist nur, wie die beiden Welten zusammenkommen.
Der Ablauf ist einfacher, als viele denken. Er beginnt in der Dokumentenablage, also dort, wo Verträge heute schon abgelegt werden. Der unterschriebene Vertrag wird wie gewohnt in SharePoint abgelegt. Das Dokument bleibt dort. In HubSpot erscheint ein Link, direkt am zugehörigen Datensatz. Wer im CRM arbeitet, ist mit einem Klick beim Originaldokument, ohne dass es je dupliziert wird.
Dafür braucht es eine Schnittstelle, die diesen Link automatisch setzt. Weder HubSpot noch Microsoft liefern eine solche Integration mit. Ein grosses Entwicklungsprojekt wird daraus trotzdem nicht. Im HubSpot App Marketplace gibt es fertige, spezialisierte Integrations-Apps (zum Beispiel CloudFiles), die SharePoint, Google Drive oder AWS direkt mit HubSpot-Datensätzen verknüpfen.
In unseren Projekten lösen wir diese Verbindung in der Regel mit n8n, einer Automatisierungsplattform, die HubSpot und SharePoint über deren Standardschnittstellen verbindet. Wird ein Vertrag im entsprechenden SharePoint-Ordner abgelegt, erkennt n8n das neue Dokument und hinterlegt den Link automatisch am richtigen Datensatz in HubSpot. Das lässt sich in wenigen Tagen aufbauen, transparent betreiben und bei Bedarf um weitere Automatisierungen erweitern. Ein solches Schnittstellenprojekt brauchte früher Spezifikation, Entwicklung und lange Testphasen. Heute reicht eine Marketplace-App oder ein n8n-Workflow.
Und wie kommen die Vertragsdaten ins CRM?
Der Link führt zum Dokument. Aber die Workflows aus den vorherigen Kapiteln brauchen strukturierte Daten, also Laufzeitende, Kündigungsfrist, Vertragswert und verantwortliche Person. Diese Daten stehen im PDF, aber ein PDF kann keinen Workflow auslösen. Dafür gibt es drei Wege, die sich in der Praxis auch kombinieren lassen.
Das Dokument fliesst also als Link von SharePoint ins CRM. Die Daten fliessen je nach Vertragstyp aus dem Deal, aus der manuellen Erfassung oder per KI-Extraktion ins CRM. Beides zusammen ergibt dieses Muster:
SharePoint (oder Google Drive, AWS) bleibt der Ort der Wahrheit für Dokumente. Das unterschriebene Vertrags-PDF, Anhänge und Nachträge liegen in der Dokumentenablage, mit den dort definierten Zugriffsrechten. In HubSpot existiert davon nur der Link.
HubSpot wird der Ort der Wahrheit für Vertragsdaten und Prozesse. Laufzeiten, Fristen, Werte, Status und die zugehörigen Workflows leben im CRM.
Dieses Modell hat drei handfeste Vorteile:
Berechtigungen bleiben sauber.
Nicht jede Person mit CRM-Zugriff soll jeden Vertrag im Volltext lesen können. Wenn das Dokument in SharePoint liegt, greifen die SharePoint-Berechtigungen. Der Link im CRM führt nur dorthin, wo die Person auch tatsächlich Zugriff hat.
Keine Dubletten, keine veralteten Versionen.
Das Dokument existiert genau einmal. Wird ein Nachtrag ergänzt, ist er über denselben Link sofort für alle sichtbar.
Datenschutz und Compliance bleiben, wo sie hingehören.
Aufbewahrungspflichten, Löschkonzepte und revDSG-Anforderungen sind in der Dokumentenablage geregelt. Das CRM hält nur die Metadaten, die es für die Prozesssteuerung braucht.
→ Sie müssen sich also nicht zwischen SharePoint und HubSpot entscheiden. Jedes System übernimmt die Rolle, die es am besten kann.
Wo gehören die Vertragsdaten hin, in ein Custom Object oder in Eigenschaftsfelder?
Sie folgt demselben Grundsatz, den wir im Artikel Erst Use Case, dann Datenarchitektur, dann KI beschrieben haben. Die Struktur folgt dem Anwendungsfall, nicht umgekehrt. In HubSpot gibt es drei Wege, Vertragsdaten abzubilden. Welcher der richtige ist, hängt von zwei Fragen ab. Wie viele Verträge haben Sie pro Firma? Und welche HubSpot-Lizenz setzen Sie ein?
Eigenschaftsfelder am Unternehmen oder Deal (Variante 1)
Sie legen am Firmen- oder Deal-Datensatz eigene Felder an, etwa Vertragsbeginn, Vertragsende, Kündigungsfrist, automatische Verlängerung, Vertragswert und den Link zum Dokument in SharePoint.
Das funktioniert gut, wenn pro Firma genau ein relevanter Vertrag existiert, zum Beispiel ein Servicevertrag oder ein Rahmenvertrag. Die Lösung ist schnell aufgebaut, ab der Professional-Lizenz vollständig workflow-fähig und für das Team sofort verständlich.
Die Lösung stösst an Grenzen, sobald eine Firma mehrere Verträge hat. Ein Kunde mit einem Softwarevertrag, einem Wartungsvertrag und einem Beratungsmandat lässt sich mit Feldern am Firmendatensatz nicht mehr sauber abbilden. Dann beginnen die Behelfskonstruktionen mit «Vertragsende 2» und «Vertragsende 3», und spätestens im Reporting bricht das Modell zusammen.
Ein eigenes Custom Object «Vertrag» (Variante 2)
Sie definieren in HubSpot ein eigenes Objekt namens Vertrag. Jeder Vertrag ist ein eigener Datensatz mit eigenen Eigenschaften und wird mit der Firma, den Ansprechpersonen und den zugehörigen Deals verknüpft.
Die Vorteile. Eine Firma kann beliebig viele Verträge haben, Kunden- und Lieferantenverträge leben im selben Objekt und lassen sich über ein Typ-Feld unterscheiden, Workflows laufen direkt auf dem Vertragsobjekt (die Erinnerung entsteht dort, wo das Enddatum gepflegt wird), und das Reporting wird präzise, mit auslaufenden Verträgen pro Quartal, Vertragswerten pro Kunde und der Verlängerungsquote pro Verantwortlichem.
Die Einschränkung. Custom Objects und die zugehörigen Workflows setzen die Enterprise-Lizenz voraus. Das ist ein relevanter Kostenfaktor und sollte bewusst entschieden werden.
Das native Contracts-Objekt von HubSpot (Variante 3)
Seit Frühjahr 2026 gibt es in HubSpot ein fertiges Vertragsobjekt, das nicht selbst gebaut werden muss. Es heisst Contracts und ist Teil des Revenue Hub (vormals Commerce Hub). Aktuell befindet es sich in der Public Beta.
Die Idee dahinter ist einfach. Nimmt ein Kunde ein Angebot an, entsteht daraus automatisch ein Vertrag im System. Dieser Vertrag kennt die Konditionen, die Laufzeit und den wiederkehrenden Umsatz und bringt fertige Funktionen für Verlängerungen und Vertragsänderungen mit.
Dieser Automatismus hat allerdings eine Voraussetzung. Das Angebot muss in HubSpot erstellt worden sein, und Laufzeit, Konditionen und Positionen müssen darin erfasst sein. Denn der Vertrag übernimmt seine Daten aus dem Angebot. Wer seine Offerten heute in Word oder im ERP erstellt, profitiert vom Automatismus nicht.
Die Rechnungsstellung hingegen kann bleiben, wo sie ist. Der Revenue Hub bietet die Möglichkeit, aus dem Vertrag direkt Rechnungen und Abos zu erzeugen, aber die Fakturierung kann genauso gut im ERP laufen, wie es in den meisten Schweizer KMU der Fall ist. Man nutzt dann einfach nur den Vertrags- und Verlängerungsteil des Objekts.
Die Einschränkung. Wie Variante 2 die Enterprise-Lizenz bedingt, bedingt Variante 3 den Revenue Hub (Professional oder Enterprise) als zusätzliches, kostenpflichtiges Produkt. Und inhaltlich ist das Objekt klar auf Kundenumsatz ausgelegt. Lieferantenverträge lassen sich damit nicht abbilden.
Wer seine Angebote in HubSpot erstellt, wiederkehrenden Kundenumsatz mit Verlängerungsangeboten steuern will und den Revenue Hub ohnehin einsetzt oder einführen möchte, sollte das native Contracts-Objekt prüfen. Wer Kunden- und Lieferantenverträge in einer Struktur führen will oder seine Angebote ausserhalb von HubSpot erstellt, fährt heute mit einem eigenen Custom Object (Variante 2) flexibler.
Unsere Empfehlung
Aus unserer Projekterfahrung lautet die Faustregel so.
→ Der Wechsel von Eigenschaftsfeldern zu einem Custom Object bleibt später möglich, ist aber ein Migrationsprojekt. Wer heute schon weiss, dass mehrere Verträge pro Firma die Regel sind, spart sich diesen Umweg und startet direkt mit der Objektstruktur.
Was bedeutet das konkret für die Umsetzung?
In unseren Projekten hat sich ein Vorgehen in vier Schritten bewährt.
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1. Vertragsinventar erstellen.
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2. Datenmodell aufbauen.
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3. Workflows aktivieren.
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4. Eckdaten der Bestandsverträge erfassen.
Welche Vertragstypen gibt es, wie viele Verträge pro Firma, welche Fristen sind geschäftskritisch? Dieser Schritt bestimmt die Architektur (Eigenschaftsfelder oder Custom Object) und dauert erfahrungsgemäss länger als gedacht, weil er verstreutes Wissen zusammenträgt.
Felder respektive Custom Object definieren, Beziehungstypen für Kunden und Lieferanten festlegen, SharePoint-Verknüpfung über die Schnittstelle einrichten.
Erinnerungskette (90/60/30 Tage), Renewal-Pipeline, Eskalationslogik, Dashboards für die Geschäftsleitung.
Die Dokumente bleiben, wo sie sind, in SharePoint. Aber für jeden laufenden Vertrag wird ein Datensatz mit den Eckdaten (Laufzeitende, Kündigungsfrist, Wert, verantwortliche Person) im CRM angelegt, per Import aus einer bestehenden Liste oder per KI-Extraktion direkt aus den abgelegten PDFs. Erst damit wird aus dem Konzept ein Frühwarnsystem für das ganze Vertragsportfolio und nicht nur für Neuverträge.
Der Aufwand ist überschaubar, der Effekt unmittelbar. Sobald die Eckdaten erfasst sind, wissen Sie, welche Verträge in den nächsten Monaten Aufmerksamkeit brauchen. Und wie bei jedem CRM-Thema gilt auch hier, dass die Wirkung mit der Datenqualität steht und fällt. Warum das so ist, haben wir im Artikel KI im Vertrieb braucht saubere Daten ausführlich beschrieben.
Fazit
Vertragsmanagement ist ein Prozessthema. Die Dokumente dürfen bleiben, wo sie sind. Wichtig ist einzig, dass Laufzeiten und Fristen in einem System leben, das von sich aus erinnert, Verantwortlichkeiten zuweist und der Geschäftsleitung jederzeit zeigt, welche Verträge in den nächsten Monaten Aufmerksamkeit brauchen.
HubSpot bringt dafür alles mit: datumsbasierte Workflows, die Verknüpfung zur bestehenden Dokumentenablage und das Custom Object als Struktur, die Kunden- und Lieferantenverträge gleichermassen trägt.
Wenn Sie wissen möchten, wie Ihr Vertragsportfolio in HubSpot aussehen könnte, sprechen Sie mit uns. In einem ersten Gespräch klären wir gemeinsam, welche Architektur zu Ihrer Vertragslandschaft und Ihrer Lizenzsituation passt, und was ein realistischer Umsetzungsfahrplan wäre.
business4you AG ist seit mehr als 10 Jahren HubSpot Platinum Partner und begleitet Schweizer Mittelstandsunternehmen mit einem Team von mehr als 40 Experten bei CRM-Implementierung, Datenarchitektur und Systemintegration.
FAQ’s: häufige Fragen zum Vertragsmanagement mit HubSpot
Kann HubSpot automatisch an Vertragsverlängerungen und Kündigungsfristen erinnern?
Ja. Mit datumsbasierten Workflows erstellt HubSpot automatisch Aufgaben und Benachrichtigungen, zum Beispiel 90, 60 und 30 Tage vor Vertragsende oder vor Ablauf der Kündigungsfrist. Die Erinnerung geht an die verantwortliche Person, optional mit Eskalation an Teamleitung und Geschäftsleitung. Das funktioniert für Kundenverträge und Lieferantenverträge gleichermassen.
Sollten Vertragsdaten in HubSpot in einem Custom Object oder in Eigenschaftsfeldern gespeichert werden?
Eigenschaftsfelder am Unternehmen genügen, wenn pro Firma nur ein Vertrag existiert. Sobald Firmen mehrere Verträge haben oder Kunden- und Lieferantenverträge gemeinsam verwaltet werden sollen, ist ein Custom Object «Vertrag» die sauberere Lösung, mit beliebig vielen Verträgen pro Firma, Workflows direkt am Vertrag und präzisem Reporting. Custom Objects setzen die HubSpot-Enterprise-Lizenz voraus.
Müssen die Vertragsdokumente in HubSpot abgelegt werden?
Nein. Der Vertrag wird wie gewohnt in der Dokumentenablage abgelegt (SharePoint, Google Drive oder AWS) und erscheint in HubSpot nur als Link am zugehörigen Datensatz. In HubSpot leben die strukturierten Vertragsdaten und die Workflows, das Dokument selbst bleibt in der Ablage.
Gibt es eine native Integration zwischen HubSpot und SharePoint?
Nein. Weder HubSpot noch Microsoft liefern eine eigene Integration mit. Es gibt aber fertige Apps im HubSpot App Marketplace (zum Beispiel CloudFiles), und in der Praxis lässt sich die Verbindung mit einer Automatisierungsplattform wie n8n in wenigen Tagen aufbauen. Wird der Vertrag in SharePoint abgelegt, setzt n8n automatisch den Link am HubSpot-Datensatz.
Wie kommen Laufzeiten, Kündigungsfristen und Vertragswerte ins HubSpot CRM?
Vertragsdaten gelangen auf drei Wegen ins HubSpot CRM, die sich kombinieren lassen. Erstens manuell bei Vertragsabschluss mit Pflichtfeldern für die kritischen Daten, zweitens automatisch aus dem Deal bei Kundenverträgen, die in HubSpot gewonnen wurden, und drittens per KI-Extraktion, bei der n8n das abgelegte Vertrags-PDF ausliest, die Eckdaten extrahiert und den Vertragsdatensatz zur Prüfung anlegt.
Kann HubSpot Vertragsdaten automatisch aus dem PDF auslesen?
Nicht von Haus aus, aber in Kombination mit einer Automatisierungsplattform wie n8n. Sobald der unterschriebene Vertrag in SharePoint abgelegt wird, liest n8n das PDF aus. Ein KI-Schritt erkennt Laufzeit, Kündigungsfrist, Verlängerungsklausel und Vertragswert und legt damit den Vertragsdatensatz in HubSpot als Entwurf an. Eine Person prüft und bestätigt die Daten, bevor die Workflows greifen.
Welche HubSpot-Lizenz brauche ich für automatische Vertragserinnerungen?
Für automatische Vertragserinnerungen genügt Sales Hub oder Service Hub in der Professional-Lizenz, denn datumsbasierte Workflows sind ab dieser Stufe enthalten. Wer Vertragsdaten in einem Custom Object führen und dort Workflows betreiben will, benötigt die Enterprise-Lizenz. Das native Contracts-Objekt bedingt zusätzlich den Revenue Hub.
Kann ich Kunden- und Lieferantenverträge im selben HubSpot CRM führen?
Ja. Lieferanten werden als Firmen mit dem Beziehungstyp «Lieferant» geführt. Mit einem Custom Object «Vertrag» und einem Typ-Feld lassen sich beide Vertragswelten in derselben Struktur abbilden, mit unterschiedlichen Workflows für Verlängerung (Kunde) und Neuverhandlung oder Kündigung (Lieferant).
Was ist das native Contracts-Objekt von HubSpot?
Das Contracts-Objekt ist ein Standardobjekt im Revenue Hub von HubSpot, das Kundenverträge mit Laufzeiten, Konditionen und Verlängerungen abbildet (Public Beta seit 2026). Es erstellt automatisch einen Vertrag, sobald ein in HubSpot erstelltes Angebot angenommen wird, und bringt Verlängerungsfunktionen mit. Es bedingt den Revenue Hub als zusätzliches Produkt, die Rechnungsstellung kann trotzdem im ERP bleiben. Für ein kombiniertes Kunden- und Lieferanten-Vertragsmanagement ist ein eigenes Custom Object heute die flexiblere Lösung.
Wie schnell ist ein Vertragsmanagement in HubSpot umgesetzt?
Das Datenmodell und die Workflows eines Vertragsmanagements in HubSpot sind in wenigen Tagen aufgebaut. Der grösste Aufwand liegt typischerweise im Vertragsinventar und in der Erfassung der Eckdaten der Bestandsverträge, also in der Qualität der Ausgangsdaten, nicht in der Technik