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Customer Journey Mapping: Mit systematischem Kundenfeedback zu stärkerer Kundenbindung

Die meisten Unternehmen wissen erstaunlich wenig darüber, wie ihre Kunden die Zusammenarbeit tatsächlich erleben.

Ein IDC-Whitepaper im Auftrag von Emplifi (2022) beziffert die Lücke. 87 Prozent der befragten Unternehmen halten ihre Customer Experience für ausgezeichnet, aus Kundensicht stimmt das nur bei 11 Prozent. Bain & Company kam 2005 auf ein fast identisches Verhältnis, die Wahrnehmungslücke hält sich also seit zwei Jahrzehnten. Für die Geschäftsleitung ist sie mehr als ein Schönheitsfehler, denn wer nicht weiss, was Kunden hält und was sie stört, kann Kundenbindung nicht gezielt steuern. Schliessen lässt sich die Lücke mit Customer Journey Mapping, kombiniert mit systematischem Kundenfeedback an den richtigen Punkten.

Wer die Journey seiner Kunden kennt, weiss, an welchen Punkten Vertrauen entsteht und wo Aufträge oder Vertrauen verloren gehen. Dieser Artikel zeigt, wie der Einstieg gelingt und wie aus Feedback konkrete Verbesserungen werden.

Customer Journey Mapping: Mit systematischem Kundenfeedback zu stärkerer Kundenbindung
15:42

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Das Wichtigste in Kürze


  • Customer Journey Mapping macht sichtbar, welche Phasen ein Lead oder Kunde mit Ihrem Unternehmen durchläuft, vom ersten Kontakt bis zur Vertragsverlängerung.

  • An definierten Punkten der Journey wird systematisch Feedback eingeholt, etwa nach der Zu- oder Absage einer Offerte, während und nach dem Onboarding, nach abgeschlossenen Projekten oder Tickets und nach den ersten drei Monaten.

  • Aus dem Feedback entstehen konkrete Service- und Prozessverbesserungen, keine Datenfriedhöfe.

  • Wer während der Kundenbeziehung aktiv Feedback einholt, weiss vor der Vertragsverlängerung, was dem Kunden an der Zusammenarbeit wichtig ist und wo es hakt. Ins Verlängerungsgespräch geht man dann mit den richtigen Argumenten, und Kritikpunkte sind bis dahin gelöst.

  • Umsetzen lässt sich der ganze Kreislauf im CRM mit Automationen und kaum manuellem Aufwand. Wir zeigen es im Artikel am Beispiel von HubSpot.

 

Was ist Customer Journey Mapping?

Customer Journey Mapping ist die strukturierte Abbildung aller Phasen, die ein Kunde mit Ihrem Unternehmen durchläuft. Das Ergebnis ist eine Landkarte mit klar abgegrenzten Abschnitten, den zugehörigen Kontaktpunkten und den Erwartungen, die Kunden in jeder Phase haben.

Für ein mittelständisches B2B-Unternehmen sieht eine typische Journey so aus:

  • 1.
    Awareness und Evaluation.

    Der potenzielle Kunde recherchiert, vergleicht Anbieter und nimmt Kontakt auf.

  • 2.
    Offerte und Entscheidung.

    Er erhält ein Angebot, verhandelt und sagt zu oder ab.

  • 3.
    Onboarding.

    Die Zusammenarbeit startet, Systeme und Abläufe werden eingerichtet.

  • 4.
    Nutzung und Betreuung.

    Der Alltag der Zusammenarbeit, meist die längste Phase.

  • 5.
    Verlängerung oder Ausbau.

    Der Vertrag steht zur Erneuerung an, Zusatzleistungen werden geprüft.

Die Kunst liegt weniger im Zeichnen der Landkarte als in der Segmentierung. Ein Neukunde im ersten Quartal hat andere Bedürfnisse als ein Bestandskunde im fünften Jahr. Ein Kunde mit Wartungsvertrag erlebt Ihr Unternehmen anders als ein Projektkunde. Wer seine Journey nach solchen Segmenten trennt, holt später präziseres Feedback ein und kann gezielter verbessern.

An welchen Punkten der Journey sollten Sie Kundenfeedback einholen?

Feedback wirkt am besten, wenn es unmittelbar nach einem prägenden Moment eingeholt wird. Wer einmal jährlich eine grosse Kundenumfrage verschickt, erhält verwaschene Durchschnittswerte. Wer dagegen an definierten Triggerpunkten kurz und gezielt nachfragt, erhält Antworten, die sich einem konkreten Erlebnis zuordnen lassen. Fünf Punkte haben sich in der Praxis bewährt.

Nach der Offerten-Entscheidung, bei Zusage und Absage.

Die Absage ist dabei fast wertvoller als die Zusage. Ein Maschinenbauer aus dem Mittelland fragte konsequent bei jeder verlorenen Offerte nach und stellte fest, dass der Preis selten der Grund war. Häufiger genannt wurden lange Reaktionszeiten zwischen Anfrage und Angebot. Diese Erkenntnis führte zu einem gestrafften Offertprozess, den kein interner Workshop je aufgedeckt hätte. Die Zusage liefert das Gegenstück. Wer weiss, warum Kunden sich für ihn entscheiden, kennt seine tatsächlichen Stärken und kann sie im Vertrieb und auf der Website gezielt ausspielen.

Während und nach dem Onboarding.

Die ersten Wochen prägen die gesamte Kundenbeziehung. Ein kurzes Feedback direkt nach Abschluss der Einführungsphase zeigt, ob Erwartungen und Realität übereinstimmen. Dauert das Onboarding mehrere Monate, lohnt sich ein zusätzlicher Feedbackpunkt mittendrin, etwa nach dem ersten Meilenstein. So korrigieren Sie, solange das Projekt läuft, statt erst am Ende Bilanz zu ziehen.

Nach den ersten drei Monaten.

Jetzt ist der Alltag eingekehrt. Der Kunde kann beurteilen, ob die Zusammenarbeit hält, was der Vertrieb versprochen hat. Abweichungen, die hier sichtbar werden, sind Frühwarnsignale, lange bevor sie in Kündigungen münden.

Vor der Vertragsverlängerung.

Bei Jahresverträgen etwa vier Monate vor dem Termin. Warum dieser Punkt der wirtschaftlich wichtigste ist, lesen Sie weiter unten.

 

→ Die Fragen selbst dürfen kurz sein. Eine Bewertungsskala, ergänzt um eine offene Frage nach dem Warum, reicht in den meisten Fällen. Kunden honorieren es, wenn eine Umfrage in zwei Minuten erledigt ist. Bei den wichtigsten Kunden ersetzt ein kurzes persönliches Gespräch die Umfrage, das Ergebnis gehört trotzdem strukturiert ins System.

Wie werden aus Kundenfeedback konkrete Verbesserungen?

Feedback entfaltet seinen Wert erst, wenn es in Entscheidungen mündet. Drei Mechanismen sorgen dafür, dass aus Antworten Verbesserungen werden.

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Erstens braucht jedes Feedback einen Verantwortlichen. Eine kritische Rückmeldung nach dem Onboarding gehört auf den Tisch des Projektleiters, ein Hinweis zur Erreichbarkeit ins Serviceteam. Ohne klare Zuständigkeit versandet die beste Erkenntnis.

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Zweitens gehören die Rückmeldungen pro Journey-Phase gebündelt ausgewertet, im Quartalsrhythmus. Einzelmeinungen sind Anekdoten. Wenn aber sechs von zehn Neukunden dieselbe Hürde im Onboarding nennen, ist das ein Prozessthema.

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Drittens sollte der Kunde erfahren, was aus seinem Feedback geworden ist. Diese Rückkopplung wird oft vergessen, dabei zahlt sie direkt auf die Beziehung ein. Wer merkt, dass seine Rückmeldung etwas verändert hat, gibt beim nächsten Mal wieder ehrliche Antworten.

Klar ist ein Zielbild dann, wenn es priorisiert und getragen ist. Priorisiert heisst wenige Handlungsfelder mit klarer Rangfolge nach Business-Nutzen. Getragen heisst, die ganze Geschäftsleitung und die Key User in Ihrem Unternehmen stehen dahinter, weil sie es gemeinsam erarbeitet haben.

Warum lohnt sich Feedback vor der Vertragsverlängerung besonders?

Der Retention-Prozess ist der wirtschaftlich stärkste Hebel der gesamten Journey. Frederick Reichheld von Bain & Company hat in der Harvard Business Review gezeigt, dass eine um 5 Prozent höhere Kundenbindungsrate den Gewinn je nach Branche um 25 bis 95 Prozent steigert. Bestandskunden kaufen mehr, verursachen geringere Betreuungskosten und empfehlen weiter.

Trotzdem beginnt das Gespräch zur Vertragsverlängerung in vielen Unternehmen erst, wenn die Kündigungsfrist naht. Dann ist die Verhandlungsposition schwach und die Argumentation generisch.

Besser funktioniert ein fester Feedbackpunkt einige Monate vor dem Verlängerungstermin, bei Jahresverträgen etwa vier Monate vorher. Die Rückmeldung des Kunden liefert dann zwei Dinge zugleich. Ist der Kunde zufrieden, kennen Sie die Punkte, die ihm wichtig sind, und können genau diese im Verlängerungsgespräch in den Mittelpunkt stellen. Gibt es Kritik, bleibt genug Zeit, die Themen vor der Verhandlung zu lösen. Ein IT-Dienstleister, der so vorgeht, kommt mit einer Antwort auf das zum Termin, was den Kunden im letzten Jahr tatsächlich beschäftigt hat.

→ Wie schnell Kunden sonst weg sind, zeigt die PwC-Studie «Future of Customer Experience». 32 Prozent der Befragten wenden sich nach einer einzigen schlechten Erfahrung von einer Marke ab, die sie eigentlich schätzen. Wer den Puls seiner Kunden regelmässig misst, erkennt solche Momente früh und kann sofort reagieren, bevor sich der Kunde abwendet.

Wie setzen Sie Journey-Feedback im CRM um?

Systematisches Journey-Feedback braucht ein CRM als Fundament. Trigger, Antworten und Kundendaten gehören an einen Ort, sonst bleibt es bei Einzelaktionen aus Umfragetools und Excel-Listen, die niemand zusammenführt. Wie die Umsetzung konkret aussieht, zeigen wir am Beispiel von HubSpot, der Plattform, mit der wir arbeiten.

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Stellen Sie sich einen Kunden vor, der im Frühjahr Ihre Offerte annimmt. Im Moment der Zusage wechselt der Deal in HubSpot auf «gewonnen», und noch am selben Tag erhält der neue Kunde zwei kurze Fragen dazu, warum er sich für Sie entschieden hat. Wäre der Deal verloren gegangen, hätte dieselbe Automation die Absage-Befragung ausgelöst.

Sechs Wochen später ist das Onboarding abgeschlossen. Der Projektstatus wechselt, das Onboarding-Feedback geht automatisch raus. Der Kunde vergibt eine gute Note, merkt aber an, dass die Schulung zu knapp war. Die Antwort landet direkt an seinem Kontaktdatensatz, wo der Projektleiter sie sieht und die zweite Schulungsrunde ansetzt.

Drei Monate nach Vertragsbeginn folgt die nächste kurze Umfrage. Diesmal fällt die Antwort kritisch aus. Der Workflow erstellt sofort ein Ticket und informiert den zuständigen Key Account Manager, der noch am selben Tag anruft. Aus einem stillen Ärgernis wird ein gelöstes Problem.

Während der Kundenbeziehung schliesst Ihr Team ein grösseres Teilprojekt für den Kunden ab. Die kurze Zufriedenheitsabfrage danach fällt mit Bestnote aus. Der Workflow nutzt den Moment und lädt den Kunden ein, eine Google-Bewertung zu hinterlassen oder als Referenz zur Verfügung zu stehen.

Vier Monate vor dem Verlängerungsdatum, das im CRM hinterlegt ist, geht das Retention-Feedback raus. Der Key Account Manager liest die Antworten vor dem Gespräch und weiss, welche Leistungen der Kunde schätzt und wo er sich mehr wünscht.

Niemand im Team musste an einen dieser Zeitpunkte denken. Möglich ist das, weil das CRM zu jedem Kunden Lifecycle-Phase, Segment, Vertragsbeginn und Verlängerungsdatum kennt und die gängigen Umfrageformate (Zufriedenheit, Aufwand aus Kundensicht, Weiterempfehlungsbereitschaft) fertig mitbringt. Für die Quartalsauswertung stehen alle Antworten in Dashboards pro Journey-Phase bereit.

Warum ist Feedback eine Investition in die Kundenbindung?

Jede Feedback-Frage entlang der Journey ist eine Investition in Kundenbindung. Einen neuen Kunden zu gewinnen kostet gemäss Harvard Business Review fünf- bis 25-mal mehr, als einen bestehenden zu halten. Wer zuhört, bevor es kriselt, muss weniger akquirieren, verlängert Verträge zu besseren Konditionen und wird häufiger weiterempfohlen. Zufriedene Bestandskunden sind das stabilste Fundament, auf dem ein mittelständisches Unternehmen wachsen kann.

Kundenbindung ist Chefsache.

Sie sichert Umsatz, senkt Akquisitionskosten und macht Ihr Unternehmen unabhängiger vom Neugeschäft. Customer Journey Mapping ist das einfachste Instrument, um sie systematisch aufzubauen, und der Einstieg ist kleiner, als viele denken. Gerne zeigen wir Ihnen in einem persönlichen Gespräch, wie mittelständische Unternehmen ihre Journey und Feedbackpunkte in wenigen Wochen aufgesetzt haben.

Ihre Kunden haben Ihnen viel zu sagen. Die Frage ist nur, ob es jemand hört.

Wenn Sie wissen möchten, wo sich das Zuhören in Ihrem Unternehmen am schnellsten auszahlt, nehmen Sie sich 30 Minuten mit uns. Zuhören ist schliesslich unser Handwerk.

 

Häufige Fragen zu Customer Journey Mapping und Kundenfeedback

Welche Phasen hat eine Customer Journey im B2B?

Eine typische B2B-Customer-Journey umfasst fünf Phasen: Awareness und Evaluation (der Kunde recherchiert und vergleicht), Offerte und Entscheidung, Onboarding, Nutzung und Betreuung als längste Phase sowie Verlängerung oder Ausbau. Je nach Geschäftsmodell werden diese Phasen zusätzlich nach Kundensegmenten unterteilt, etwa nach Neukunden und Bestandskunden oder nach Vertrags- und Projektkunden.

Was bringt Customer Journey Mapping einem KMU konkret?

Customer Journey Mapping zeigt einem KMU, an welchen Punkten Kunden gewonnen, gehalten oder verloren werden. Auf dieser Basis lassen sich Feedbackpunkte, Serviceprozesse und Vertriebsmassnahmen gezielt dort ansetzen, wo sie wirken. Für eine anstehende CRM-Einführung liefert das Mapping ausserdem die fachliche Vorlage, welche Phasen, Segmente und Automationen das System abbilden muss.

Wann sollte ein Unternehmen Kundenfeedback einholen?

Kundenfeedback sollte unmittelbar nach prägenden Momenten der Customer Journey eingeholt werden. Bewährte Zeitpunkte sind die Zu- oder Absage einer Offerte, der Abschluss des Onboardings, die ersten drei Monate der Zusammenarbeit, abgeschlossene Projekte oder Support-Tickets im laufenden Betrieb und ein fester Termin einige Monate vor der Vertragsverlängerung. Kurze, anlassbezogene Umfragen liefern dabei verwertbarere Antworten als eine jährliche Gesamtbefragung.

Wie hilft Kundenfeedback bei der Vertragsverlängerung?

Kundenfeedback, das einige Monate vor dem Verlängerungstermin eingeholt wird, zeigt, was dem Kunden an der Zusammenarbeit wichtig ist und wo es hakt. Zufriedene Kunden nennen die Leistungen, die ihnen wichtig sind, und genau diese lassen sich im Verlängerungsgespräch in den Vordergrund stellen. Kritikpunkte werden früh sichtbar und können vor der Verhandlung gelöst werden, was die Chance auf eine Verlängerung deutlich erhöht.

Welche Umfragearten unterstützt HubSpot?

HubSpot unterstützt im Service Hub die drei gängigen Feedbackformate CSAT (Zufriedenheit mit einem Erlebnis), CES (empfundener Aufwand des Kunden) und NPS (Weiterempfehlungsbereitschaft), dazu frei gestaltbare eigene Umfragen. Alle Antworten werden am Kontakt gespeichert und lassen sich per Workflow automatisch zum passenden Zeitpunkt der Customer Journey ausspielen.

Wie viel Aufwand bedeutet systematisches Journey-Feedback im Alltag?

Im laufenden Betrieb verursacht systematisches Journey-Feedback kaum manuellen Aufwand, weil Automationen den Versand, die Zuordnung und die Eskalation kritischer Antworten übernehmen. Der eigentliche Aufwand liegt in der einmaligen Konzeptarbeit, also im Definieren der Journey-Phasen, Segmente und Triggerpunkte. Danach beschränkt sich die Arbeit auf die quartalsweise Auswertung und die Umsetzung der abgeleiteten Verbesserungen.

 

Quellen
  • IDC / Emplifi: Whitepaper zur Diskrepanz zwischen wahrgenommener und erlebter Customer Experience, 2022.

  • Bain & Company: James Allen, Frederick F. Reichheld, Barney Hamilton, Rob Markey, «Closing the Delivery Gap», 2005.

  • Frederick F. Reichheld / Bain & Company, zitiert in Harvard Business Review: Amy Gallo, «The Value of Keeping the Right Customers», 2014.

  • PwC: «Experience is everything: Here's how to get it right», Future of Customer Experience Survey 2017/18.

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