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Von Salesforce Marketing Cloud zu HubSpot Marketing Hub, mit beibehaltenem Salesforce CRM

Geschrieben von Andrea B. Roch | 16. April 2026

In unseren Beratungsprojekten hören wir die Frage immer häufiger: "Können wir HubSpot Marketing Hub einführen, ohne dass wir das Salesforce CRM aufgeben müssen?" Die kurze Antwort: ja. Die etwas längere: erstaunlich unkompliziert, wenn man strukturiert vorgeht.

Warum diese Kombination funktioniert

HubSpot Marketing Hub und Salesforce CRM sind heute eines der am weitesten verbreiteten hybriden Setups im B2B-Marketing. Über 10'000 Unternehmen weltweit nutzen die HubSpot-Salesforce-Integration produktiv. Sie ist tief, bidirektional, von HubSpot selbst entwickelt und wird von einem dedizierten Team gepflegt.

Die HubSpot-Salesforce-Integration ist auf dem Salesforce AppExchange mit 4.61 von 5 Sternen und knapp 600 verifizierten Reviews eine der am besten bewerteten Apps. Joe Hall, Lead Consultant bei OBO (heute Aptitude 8), bringt die Erfahrung vieler Anwender auf den Punkt: "HubSpot integriert sich besser mit Salesforce als einige Salesforce-eigene Marketing-Systeme."

Wichtig dabei: Bei diesem Setup ist Salesforce der System of Record für Sales-Daten, HubSpot der System of Record für Marketing-Daten. Beide Systeme tauschen genau die Daten aus, die das jeweils andere braucht. Nicht mehr, nicht weniger.

Was ist mit Marketing Cloud Next?

In fast jedem Erstgespräch kommt die Frage: "Salesforce hat doch jetzt Marketing Cloud Next angekündigt. Wäre das nicht der natürlichere Weg?" Unsere klare Einschätzung: Für den Mittelstand ist HubSpot Marketing Hub heute die praxistauglichere Wahl. Marketing Cloud Next ist eine ambitionierte Plattform, die sich aber noch im Aufbau befindet. Selbst klassische Marketing-Funktionen wie E-Mail-A/B-Tests oder die KI-gestützte Übersetzung mehrsprachiger Kampagnen sind heute nicht oder nur eingeschränkt verfügbar. KI-Personalisierung, Datenharmonisierung und Multi-Touch-Attribution erfordern zusätzliche, kostenpflichtige Produkte wie Agentforce oder Data 360.

HubSpot Marketing Hub ist heute vollständig einsatzbereit, in einer Lizenz verfügbar und in den entscheidenden Dimensionen klar im Vorteil: intuitive Bedienung, medienbruchfreie KI und planbare Gesamtkosten. Die ausführliche Gegenüberstellung beider Lösungen haben wir in einem separaten Beitrag dokumentiert.

Die fünf Phasen eines sauberen Wechsels

Aus unseren Projekten kristallisieren sich fünf klar abgegrenzte Phasen heraus.


Phase 1: Ausgangslage & Architektur (Woche 1 bis 2)

Wir analysieren mit Ihnen gemeinsam:

    • Welche Datenobjekte (Kontakte, Unternehmen, Leads, Opportunities) sind im Spiel?
    • Welche Felder sollen synchronisiert werden, und in welche Richtung?
    • Welche Marketing-Prozesse aus Salesforce Marketing Cloud sind heute geschäftskritisch?
    • Welche davon werden 1:1 nachgebaut, welche werden bei der Gelegenheit verbessert?
Phase 2: Setup, Datenmodell & Integration (Woche 2 bis 4)
    • HubSpot-Account wird aufgesetzt: Lifecycle Stages, Properties, Listen, User, Berechtigungen.
    • Die HubSpot-Salesforce-Integration wird installiert und konfiguriert: Field Mappings, Sync-Regeln, Inclusion-Listen.
    • Erste Test-Datensätze werden synchronisiert und manuell geprüft.
Phase 3: Aufbau der Marketing-Assets (Woche 3 bis 6)
    • Newsletter-Templates, Landing Pages, Formulare und Workflows werden in HubSpot neu aufgebaut, im Brand-Design und mit den Best Practices der Plattform.
    • Bestehende Inhalte aus Salesforce Marketing Cloud (Templates, Listen, Subscriber-Daten) werden migriert oder bewusst neu konzipiert.
    • Automatisierungen, Lead-Scoring und Segmentierungslogiken werden eingerichtet.
Phase 4: Test, Training und Go-Live (Woche 6 bis 8)
    • End-to-End-Tests in der HubSpot-Sandbox: Vom Formular-Submit über das Lead-Routing in Salesforce bis zur E-Mail-Automatisierung.
    • Schulung für Marketing- und Sales-Teams in Live-Sessions, ergänzt durch HubSpot Academy.
    • Go-Live mit klar definiertem Cutover. Salesforce CRM läuft durchgehend ohne Unterbruch weiter.
Phase 5: Begleitung und Optimierung (ab Woche 8)
    • Beobachtung der Sync-Health zwischen HubSpot und Salesforce.
    • Hypercare-Phase mit direktem Support für das Marketing-Team.
    • Feinjustierung von Workflows, Reports und KI-Funktionen (Breeze).

Was wir als Agentur konkret übernehmen

Wir begleiten Sie nicht nur fachlich, sondern operativ. Konkret übernehmen wir:

      • die komplette technische Konfiguration von HubSpot und der Salesforce-Integration
      • die Datenmigration aus Marketing Cloud (Kontakte, Listen, Subscribers, Templates, Reportings)
      • den Aufbau von Newsletter-, Landing-Page- und Formular-Templates im Corporate Design
      • die Übersetzung Ihrer bestehenden Customer Journeys in HubSpot-Workflows
      • Lead-Scoring, Lifecycle-Logik und Routing zwischen HubSpot und Salesforce
      • Setup von Reportings und Dashboards, inklusive Cross-Platform-Reporting
      • Schulung Ihrer Teams in Marketing, Sales und IT
      • Hypercare und laufende Optimierung nach dem Go-Live

Was Sie als Kunde tatsächlich investieren müssen

Das ist der Punkt, der Geschäftsleitungen erfahrungsgemäss am meisten beschäftigt. In der Realität fällt der Aufwand deutlich kleiner aus als befürchtet. Für ein typisches Mittelstands-Projekt rechnen wir mit folgendem Aufwand auf Ihrer Seite:

 

Wie lange dauert das Ganze?

Für ein typisches mittelständisches Unternehmen rechnen wir mit 8 bis 12 Wochen vom Kick-off bis zum produktiven Go-Live. HubSpot selbst nennt drei Monate als durchschnittliche Migrationsdauer. Diese Zahl bestätigen auch unabhängige HubSpot-Diamond-Partner. Bei einer reinen Marketing-Migration mit erhaltenem CRM (also genau Ihr Fall) liegen wir am unteren Ende dieses Korridors.

Zum Vergleich: Eine Marketing-Cloud-Next-Einführung ist für mittelständische Unternehmen typischerweise mit einem deutlich grösseren Projektumfang verbunden. Sie setzt zusätzliche Salesforce-Komponenten voraus, allen voran Data 360 für die Datenharmonisierung und Agentforce für KI-Funktionen. Das verlängert die Projektdauer und erfordert spezialisiertes Salesforce-Know-how, das im Mittelstand selten intern vorhanden ist.

Warum das Ganze weniger komplex ist, als es klingt

Viele Marketingverantwortliche fürchten Migrationen, weil sie an grosse, umfassende CRM-Projekte denken. Eine Marketing-Cloud-zu-HubSpot-Migration mit erhaltenem Salesforce CRM ist aber etwas grundlegend anderes:

  1. Das CRM bleibt unangetastet. Sales-Prozesse, Pipelines, Forecasts, Berichtswesen: alles läuft in Salesforce einfach weiter.
  2. Die Integration ist ein Standardprodukt. Sie wird nicht entwickelt, sondern installiert und konfiguriert. Die Komplexität liegt in der sauberen Datenmodellierung, nicht im Code.
  3. Beide Systeme können parallel laufen. Wir migrieren in klar abgegrenzten Schritten, nicht in einem grossen Big Bang. Bis zum Go-Live bleibt Marketing Cloud aktiv. Die typische Sorge "Was, wenn etwas schiefgeht?" kommt damit gar nicht erst auf.
  4. HubSpot ist im Alltag intuitiv bedienbar. Marketing-Teams sind in der Regel innerhalb weniger Wochen produktiv, ohne dass Sie zusätzliche Spezialisten einstellen müssen.

Stellvertretend dafür ein Zitat eines verifizierten G2-Anwenders: "Es ist intuitiv und gleichzeitig leistungsfähig. Man muss kein Marketing-Operations-Spezialist sein, um Workflows oder Kampagnen aufzusetzen."

 

Fazit

Der Wechsel von Salesforce Marketing Cloud zu HubSpot Marketing Hub bei beibehaltenem Salesforce CRM ist heute ein klar strukturierter, gut planbarer Standardprozess. Kein Wagnis. In rund drei Monaten, mit überschaubarem Eigenaufwand und ohne Risiko für Ihre Sales-Organisation, gewinnen Sie eine moderne, KI-native Marketing-Plattform und behalten gleichzeitig die Investitionen in Ihr CRM.