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Digitalisierung von Marketing, Vertrieb und Service starten: So kommen Sie zu Zielbild, Roadmap und Budget

Geschrieben von Andrea B. Roch | 15. September 2026

Ich schreibe diesen Artikel aus eigener Erfahrung, als CEO und aus dutzenden Projekten mit Unternehmen im Schweizer Mittelstand. Die Fragen, die am Anfang im Sitzungszimmer fallen, lauten nie «Welches CRM sollen wir kaufen?». Sie lauten anders. Wie starten wir, und wo? Was tun wir, damit wir uns nicht verzetteln und das Ganze nicht zu komplex wird? Und wie unterteilen wir ein solches Vorhaben in sinnvolle Schritte? Die gute Nachricht dazu gleich vorweg. Dafür gibt es einen erprobten, pragmatischen Weg, der wenige Wochen dauert und Ihre Führungskräfte nur einzelne Halbtage kostet.

Am Ende halten Sie drei Dinge in der Hand. Ein Zielbild (wohin will ich), eine Digitalisierungs-Roadmap (der Weg dorthin zum Ziel) und ein Grobkostenbudget (was kostet mich das).

Sie verbinden Technologie von Anfang an mit ihren Prozessen und Zielen. Die McKinsey-Studie «The State of AI» (2025) zeigt das deutlich. Fast alle Unternehmen nutzen inzwischen KI, aber die Gruppe, die damit messbaren Gewinnbeitrag erzielt, zeichnet sich durch einen Faktor besonders aus. Diese Unternehmen haben ihre Arbeitsabläufe grundlegend neu gestaltet, statt neue Werkzeuge auf alte Prozesse zu setzen. Genau hier liegt die Chance für den Mittelstand. Wer den Kundenprozess zuerst klärt und dann digitalisiert, gehört von Beginn an zur erfolgreichen Gruppe.

 

Zu einer klaren Ausgangslage gehören drei Dinge. Ein Bild Ihres Kundenprozesses, wie er heute tatsächlich läuft, eine Übersicht, welche Systeme im Einsatz sind und wo welche Kundendaten liegen, und eine ehrliche Liste der Reibungspunkte und Lücken. Das ist schlank und fokussiert machbar.

Das Beruhigende daran ist, dass das gesamte Wissen dafür in Ihrem Unternehmen längst vorhanden ist. Ihr Verkaufsleiter weiss, welche Kunden früher regelmässig bestellt haben und heute nicht mehr. Ihr Innendienst weiss, welche Angaben er für jede Offerte von Hand aus mehreren Systemen zusammensucht. Ihre IT weiss, welche Systeme womit verbunden sind. Es braucht deshalb weder eine wochenlange Erhebung noch vorbereitete Dokumente von Ihrer Seite, sondern die richtige Systematik, um dieses Wissen gemeinsam mit uns sichtbar zu machen.

Der Kern dieser Systematik ist ein gut vorbereiteter Workshop mit Vertretern der Geschäftsleitung und dedizierten Fachexperten aus Marketing, Vertrieb und Service. Dort durchlaufen wir gemeinsam mit Ihnen den Kundenprozess von Lead to Loyalty.

Diese Übung klingt simpel, und genau darin liegt ihre Kraft. Nicht selten zeigt sie, dass Geschäftsleitung, Vertrieb und Service bis dahin drei unterschiedliche Bilder desselben Prozesses im Kopf hatten. Am Ende des Workshops hängt zum ersten Mal das eine, gemeinsame Bild an der Wand, und die grössten Chancen sind für alle sichtbar.

Das Zielbild beschreibt, wie Ihr Kundenprozess künftig funktioniert, digitalisiert, sinnvoll automatisiert und mit integrierter KI. Es entsteht aus der Gegenüberstellung mit der Ausgangslage. Hier stehen wir, dorthin wollen wir.

Klar ist ein Zielbild dann, wenn es priorisiert und getragen ist. Priorisiert heisst wenige Handlungsfelder mit klarer Rangfolge nach Business-Nutzen. Getragen heisst, die ganze Geschäftsleitung und die Key User in Ihrem Unternehmen stehen dahinter, weil sie es gemeinsam erarbeitet haben.

Strukturiert, in den Workshops und kurzen Abstimmungen pro Bereich, und immer entlang des Kundenprozesses. Die Key User, also die Personen, die täglich mit den Prozessen arbeiten, bringen ihre konkreten Anliegen ein, etwa doppelt erfasste Daten, fehlende Informationen im Kundengespräch oder manuelle Umwege. Daraus werden Geschäftsfälle abgeleitet, nach Nutzen priorisiert und zu Arbeitspaketen gebündelt. Die Geschäftsleitung entscheidet über die Rangfolge.

Für die meisten mittelständischen Unternehmen ist die Antwort ein klar geordnetes Zusammenspiel aus zwei Kernen. Das ERP bleibt gesetzt und führt als finanziell-operative Wahrheit Aufträge, Artikel und Finanzen. Daneben steht eine Customer-Plattform beziehungsweise ein CRM mit Marketing-, Sales- und Service-Funktionen. Webshop und weitere Werkzeuge docken über definierte Schnittstellen an. Warum diese zwei Kernsysteme das Fundament jedes Unternehmens bilden und wie Drittsysteme sauber dazukommen, haben wir im Artikel Best of Breed ist keine Wahl, sondern Realität ausgeführt.

Die Ziel-Architektur entsteht als High-Level-Zielbild auf Basis der bestehenden Systemlandschaft, und ihr zentrales Element ist die geklärte Datenhoheit. Für jeden Datenbereich, vom Kundenstamm über Aufträge bis zu Marketing- und Servicedaten, wird festgelegt, welches der beiden Kernsysteme die Daten führt und welche Systeme sie nur nutzen. So bleiben die Daten überall konsistent, die Grundlage für verlässliche Auswertungen und jeden KI-Einsatz. KI ist in dieser Architektur kein eigenes System, sondern eine Fähigkeit, die auf sauberen, verbundenen Kundendaten aufsetzt und Vertrieb wie Marketing messbar schlagkräftiger macht. Warum die Reihenfolge Use Case, Datenarchitektur, dann KI heisst, haben wir im Artikel Erst Use Case, dann Datenarchitektur, dann KI begründet. Vertiefend dazu lohnt sich auch KI im Vertrieb ist angekommen, aber ohne saubere Daten verpufft sie.

Die Klärung folgt fünf Schritten und dauert vier bis zehn Wochen, je nachdem, wie tief Sie gehen:

 

Verdichtet erhalten Sie damit ein Zielbild (wohin will ich), eine Digitalisierungs-Roadmap (der Weg dorthin zum Ziel) und ein Grobkostenbudget (was kostet mich das). Die Roadmap startet bewusst mit einem MVP, einem ersten Vorhaben mit schnell sichtbarem Nutzen. Danach entscheiden Sie über die Investition, mit vollständiger Grundlage.

An vier Aussagen, die Ihre gesamte Geschäftsleitung unterschreiben kann. Wir haben ein gemeinsames, dokumentiertes Bild unserer Ausgangslage. Wir haben ein priorisiertes Zielbild mit Messgrössen, hinter dem alle stehen. Wir wissen, welches System künftig welche Rolle übernimmt und welche Anforderungen aus den Fachbereichen in welcher Rangfolge umgesetzt werden. Und wir kennen Investition und erwarteten Nutzen über die nächsten Jahre. Wer mit dem Begriff vertraut ist, erkennt darin ein Target Operating Model (TOM) für den Kundenprozess, hier in einer schlanken, mittelstandstauglichen Form. Wie dieses Denkmodell einer CRM-Einführung den grösseren Rahmen gibt, zeigt unser Artikel Target Operating Model: Wie Ihre CRM-Einführung das ganze Unternehmen weiterbringt. Mit diesen vier Antworten treffen Sie Ihre Investitionsentscheidung fokussiert, professionell und sicher.

Genau diesen Weg gehen wir mit Ihnen im Alignment, unserem Angebot für den Start der Digitalisierung von Marketing, Vertrieb und Service. Wir erarbeiten mit Ihrer Geschäftsleitung und Ihren Fachexperten die Ausgangslage, das Zielbild, die Ziel-Systemarchitektur und die priorisierten Anforderungen, verdichtet zu einer Digitalisierungs-Roadmap mit Grobbudget als Entscheidungsgrundlage.